Zu wenig Personal für die schweren Jungs

Im Zürcher Massnahmenzentrum Uitikon (MZU) ist seit Dezember die Jugendabteilung vorübergehend geschlossen. Es fehlt an Personal. Die zehn betroffenen Jugendlichen sind innerhalb der Institution anderen Abteilungen zugewiesen worden.

Ein Gitterzaun mit Stacheldraht

Bildlegende: Das Massnahmenzentrum Uitikon leidet unter einem Personalmangel. Keystone

Es sei im vergangenen Jahr auf Grund von Krankheit und mehreren personellen Ausfällen nicht gelungen, ein stabiles Team zu bilden, sagt Rebecca de Silva, Sprecherin des Amtes für Justizvollzug des Kantons Zürich, am Mittwoch. Aus diesem Grund wurde im MZU im vergangenen Dezember die Jugendgruppe vorübergehend geschlossen, bestätigt sie einen Bericht des «Beobachters».

Betrieblich führte der Personalengpass gemäss de Silva zu keinen Problemen. Die betroffenen jugendlichen Straftäter hätten im MZU auf andere Abteilungen verteilt werden können. Da alle mindestens 17 Jahre alt sind, sei dies möglich gewesen. Jüngere Straftäter müssen von Gesetzes wegen von älteren getrennt untergebracht werden.

Bei unter 17-Jährigen hätte das MZU deshalb externe Lösungen suchen müssen. Derzeit ist höchstens die Jugendanwaltschaft von der Schliessung betroffen. Sie muss, wenn sie jüngere Straftäter zuweisen will, auf andere Unterbringungsmöglichkeit ausweichen.

Schliessung ist nur temporär

Das MZU verfügt über insgesamt 64 Plätze, wovon 30 zur geschlossenen Abteilung gehören. Die nun stillgelegte Jugendabteilung hat zehn Plätze und gehört ebenfalls zum geschlossenen Teil des MZU. Gemäss de Silva wurde bereits neues Personal eingestellt. «Es wird derzeit On-the-job auf seine Aufgabe im MZU vorbereitet.» Sobald ein stabiles Team aufgebaut sei, werde die Jugendabteilung wieder geöffnet. Das sei eine Frage von Wochen oder allenfalls Monaten.

Im MZU werden straffällige männliche Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 25 Jahren betreut. Einer der Insassen war zum Beispiel der bekannte Jugendstraftäter Carlos. Das Ziel der Institution ist es, die eingewiesenen Straftäter «zu befähigen, selbstständig und legal zu leben». Das heutige MZU wurde im November 2014 nach einem Umbau und einer Erweiterung eröffnet. Der Kanton investierte 39 Millionen Franken.