Zürcher Bundes-Asylzentrum als Vorbild

Im neuen Bundesasylzentrum in Zürich-West hat der Bund das Sagen. Das Zürcher Stadtparlament hat trotzdem Forderungen verabschiedet, um ein Zeichen zu setzen: Das Zentrum soll hell und offen sein, über genügend Personal verfügen und die Kinder sollen die öffentliche Schule besuchen dürfen.

Visualisierung des geplanten Bundes-Asylzentrums in Zürich-West.

Bildlegende: «Keinesfalls ein Zaun»: Das Zürcher Stadtparlament will beim geplanten Bundes-Asylzentrum in Zürich-West mitreden. zvg Stadt Zürich Hochbaudepartement

Im geplanten Bundeszentrum für Asylsuchende auf dem Duttweiler-Areal im Zürcher Kreis 5 sollen die Wohnverhältnisse «quartierverträglich und menschenwürdig sein. Die Grünen hatten dazu gleich zwei Vorstösse im Parlament eingereicht.

Unterstützung für ihre Forderungen fanden die Grünen bei der AL, der SP und teilweise auch bei den Grünliberalen. Diesen ging jedoch die Forderung zu weit, dass die Kinder in die öffentlichen Schulen gehen sollen. Für die kurze Zeit, die sie im Bundesasylzentrum verbringen, sei dies nicht nötig. Der Unterricht könne auch im Zentrum stattfinden, meinte Markus Baumann. Dem widersprach Alan David Sangines von der SP: «Für die Kinder und Jugendlichen ist es extrem wichtig, einen Ort zu haben, der weg ist vom Zentrum.» Einen Ort, der sie ihr Dasein als Flüchtlinge vergessen lasse, und wo sie andere Kinder treffen könnten.

«Der Bund soll entscheiden»

Gar kein Verständnis für die beiden Vorstösse hatten die bürgerlichen Parteien. Der Stadtrat habe die Forderungen der Grünen ja bereits vorweggenommen, sagte Samuel Balsiger von der SVP. Er bezeichnete die Vorstösse deshalb als «populistisch.» Die CVP gab zu bedenken, dass im Bundesasylzentrum der Bund das Sagen habe und nicht die Stadt: «Der Bund soll entscheiden, wie er das machen will», meinte Karin Weyermann. Er werde es wahrscheinlich sowieso so machen, wie es in den Vorstössen der Grünen beschrieben sei.

Die linke Ratsseite mochte sich nicht darauf verlassen und verabschiedete beide Vorstösse zuhanden des Stadtrates. Es sei wichtig, gegenüber dem Bund ein Zeichen zu setzen, war verschiedentlich zu hören. Der zuständige Sozialvorsteher Raphael Golta (SP) versprach, das Gespräch mit dem Bund zu suchen.