Zum Inhalt springen

Zürich Schaffhausen Zürcher Fachärzte schockiert über Chirurgen-Pfusch

Ein Zürcher Schönheitschirurg soll gepfuscht haben, sagt der «Kassensturz» von Fernsehen SRF. Jetzt sorgt sich die Vereinigung der Zürcher Spezialärzte um ihren Ruf.

Legende: Video «Zürcher Fachärzte sind schockiert» abspielen. Laufzeit 3:22 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 22.01.2015.

«Wir sind sehr besorgt, dass unser Ruf durch solche Berichte und Ereignisse geschädigt wird», sagt Dominik Feinendegen, Präsident der Vereinigung Zürcher Spezialärzte für Plastische Chirurgie, Kieferchirurgie und Handchirurgie. Es handle sich um einen schlimmen Fall, bei dem einiges schief gelaufen sei.

In der Kritik steht der betagte Zürcher Schönheitschirurg Peter Meyer-Fürst. Meyer-Fürst sei kein Facharzt für plastische Chirurgie, ihm fehlten wichtige handwerkliche Grundlagen, sagt Feinendegen gegenüber «Schweiz aktuell». Zudem sei die Bezeichnung «Schönheitschirurg» kein geschützter Titel. Viele Patientinnen reagierten nun besorgt und verängstigt, so Feinendegen .

Abgelaufene Implantate, verbotene Antibiotika

Die in der Sendung Kassensturz gesendeten Filmsequenzen zeigen schwarz verfärbte, blutunterlaufene Brustwarzen und unschöne Narben bei der jungen Patientin Larissa M. nach ihrer Brust-Operation. Ihre Implantate waren laut «Kassensturz» zum Zeitpunkt der Operation abgelaufen. Bei der Brustverkleinerung habe der Arzt zudem Antibiotika eingesetzt, die in der Schweiz nicht zugelassen waren. Die junge Frau musste notfallmässig ins Spital eingeliefert werden.

Nicht zum ersten Mal beklagte sich eine Patientin beim «Kassensturz» über eine missglückte Operation von Peter Meyer-Fürst. Inzwischen hat Larissa M. Strafanzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung eingereicht.

Meyer-Fürst: «Opfer eines Rachefeldzugs»

Peter Meyer-Fürst nimmt keine Stellung zum Fall Larissa M. und zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Schriftlich lässt er «Schweiz aktuell» über seinen Anwalt lediglich ausrichten: «Dr. Meyer ist der Ansicht, dass es sich um einen Rachefeldzug von SRF handelt, weil im Jahre 2009 mehrere Mitarbeiter von SRF wegen illegaler Tonaufnahmen, die im Zusammenhang mit einem Bericht über Herrn Dr. Meyer gemacht wurden, rechtskräftig verurteilt wurden. Die Vorwürfe der Patientin sind tatsachenwidrig, weshalb gegen sie Strafanzeige wegen falscher Anschuldigung und Verleumdung erstattet worden ist.»

Wolfgang Wettstein, Redaktionsleiter der Sendung «Kassensturz», stellt klar: «Tatsache ist, dass Kassensturz absolut korrekt berichtet hat, am vergangenen Dienstag und auch zuvor. Kassensturz wurde damals lediglich wegen Aufnahmen mit der versteckten Kamera verurteilt und nicht, weil die Sendung tatsachenwidrig berichtet hätte. Auch im aktuellen Fall stimmen alle Fakten.»

Aufgrund der jüngsten Schlagzeilen prüft die Zürcher Gesundheitsdirektion, ob sie dem 78-jährigen Chirurgen die Bewilligung entziehen will. Schon 2009 wollte die Gesundheitsdirektion die Bewilligung nicht mehr erneuern, blitzte aber vor Verwaltungsgericht ab. Nun untersuchen die Strafverfolgungsbehörden den Fall.

7 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Max Haller, 9000 St. Gallen
    Ich würde aber trotzdem gerne auch mal den Gegenvorwurf eines Rachefeldzuges erwähnen. Ich meine der Arzt pfuscht, aber was geht in den Hallen eines Kassensturzes ab, der illegal Sachen versucht um etwas aufzudecken. Der Eine ist irgendwie nicht besser als der Andere. Der manipulative und suggestive Stil des Kassensturzes ist allenthalben bekannt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Zürcher Fachärzte schockiert über Chirurgen-Pfusch ....... Das ist doch schreiende Scheinheiligkeit... in diesen Kreisen kennt man sich sehr gut und deckt sich, ansonsten haette dieser Arzt nicht so weiter operieren koennen... Der Aerzteverband in Zuerich ist uebersichtlich genug ud tagen tut man auch allenthalben. Man unterstelltt ihm jetzt fehlende Faehigkeiten und Ausbildung, aber unternommen hat die FMH gar nichts! DAS ist ein FACT! Franz NANNI eidg. dipl Pharmareferent
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von bart wakker, zürich
    Warum immer diesen kurzsichtigen Reflex, seine Berufskollegen zu schützen? Besser würde man sich darum kümmern dass der Ruf der Ärzteschaft nicht ruiniert wird. Es geht hier letztendlich nicht nur um Geld, sondern um Menschen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen