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Kritik an Haftbedingungen Zürcher Gefängnispersonal war mit «Carlos» überfordert

Der mehrfache Straftäter «Carlos» wurde in der U-Haft teilweise erniedrigend, nicht aber verfassungswidrig behandelt.

Legende: Video Erniedrigende Haft in Zürich abspielen. Laufzeit 2:59 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 03.07.2017.
  • «Carlos» hatte die Haftbedingungen während seiner U-Haft in Pfäffikon kritisiert.
  • Die Justizdirektion gab in der Folge eine externe Untersuchung in Auftrag.
  • Diese kommt zum Schluss, man habe «Carlos» teilweise diskriminierend behandelt.
  • Grund: Das Personal sei mit dem renitenten, aggressiven Häftling überfordert gewesen.
  • Das Ergebnis hat personelle Konsequenzen: Der Leiter des Pfäffiker Gefängnisses geht.

Der mehrfache Straftäter «Carlos» wurde in der Untersuchungshaft in Pfäffikon (ZH) zwar teilweise «objektiv diskriminierend und erniedrigend» behandelt, nicht aber konventions- und verfassungswidrig. So das Fazit des Untersuchungsberichts, den die Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr und der pensionierte Staatsanwalt Ulrich Weder den Medien präsentierten.

Gefängnisleiter muss gehen

Die Gefängnismitarbeiterinnen und -mitarbeiter hätten aber nicht mit Absicht diskriminierend und erniedrigend gehandelt, erklärte Weder. Die Angestellten seien mit dem mittlerweile 21-jährigen «querulierenden, beschimpfenden, drohenden, renitenten, aggressiven und gewalttätigen» Häftling vielmehr überfordert gewesen. Trotzdem hat die Administrativuntersuchung personelle Konsequenzen: Die Leitung des Untersuchungs-gefängnisses Pfäffikon soll neu besetzt werden.

Sieben Aufseher angegriffen

Seit seiner Verurteilung wegen eines Faustschlags, durch den ein junger Mann aus dem Tram fiel und verletzt wurde, sitzt Carlos in der Zürcher Justizvollzuganstalt Pöschwies eine eineinhalbjährige Haftstrafe ab.

Erst kürzlich hat er in der Pöschwies sieben Aufseher angegriffen, mehrere von ihnen wurden dabei verletzt. Für «Carlos» dürfte dies wohl ein juristisches Nachspiel haben: Er wird sich nun auch noch wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte und wegen Sachbeschädigung verantworten müssen.

«Carlos'» Karriere

Der notorische Jugendstraftäter «Carlos» wurde 2013 in einem Sondersetting betreut. Dies geriet zum Politikum. 2014 wurde «Carlos» freigelassen. Danach schlug er wieder zu und sass in Pfäffikon in U-Haft. Hier prangerte er die Haftbedingungen an. Im Frühling 2017 wurde «Carlos» wegen versuchter Körperverletzung zu 18 Monaten Haft verurteilt.

46 Kommentare

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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Schickt doch Carols nach Afrika, dort kann er sich als Häuptling bewähren und sein Anwalt kann ihn dorft assistieren.
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  • Kommentar von Beatrice Mosimann (Beatrice)
    Ist das Recht des Stärkeren, das stärkste Unrecht? Kennt Ihr die Geschichte eines kleinen Jungen, der sein Grosspapa fragt, welcher Wolf ist der stärkere Wolf, der GUTE oder der BöSE? Darauf antwortete der Grosspapa, sehr weise Mann, den Wolf den DU mehr fütterst Junge.
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  • Kommentar von Beatrice Mosimann (Beatrice)
    2/2, Die Freizeitgestaltung von dieser Generation, hat viel, mit den Filmen u. den kriegerischen Game Spiele zu tun. Ihr Verantwortlichen schickten Ihn zum Boxen ? Die Erziehungsvorstellungen und Strafen gehen in eine falsche Richtung, wenn Sie neue Fälle, von Aggression erkennen. Sie ernährten bei Carlos, durch das Boxen, das schlechte in Ihm. DARAUS sollten die Erzieher und Verantwortlichen LERNEN, u. das kostet Geld, dafür haben sie ( die Verantwortlichen ) sich weiter entwickelt.
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