Zürcher Gemeinderat «investiert» in Studentenwohnungen

Die Stadt Zürich darf ein Stück Land an der Rosengartenstrasse im Baurecht abgeben, um 130 Studentenwohnungen darauf zu errichten. Das Stadtparlament hat dem Vertrag deutlich zugestimmt, trotz Kritik der SVP und Zweifel der FDP.

Visualisierung der geplanten Studentenwohnsiedlung an der Rosengartenstrasse mit Parkanlage im Vordergrund.

Bildlegende: Auch das Quartier Wipkingen soll profitieren: Dank dem geplanten öffentlichen Park auf der ruhigeren Strassenseite. ZVG Stadt Zürich

Die Stiftung für Studentisches Wohnen in Zürich (SSWZ) erhält an der Rosengartenstrasse 2800 Quadratmeter Land im Baurecht, um darauf 130 Studentenzimmer zu erstellen. Diesem Baurechtsvertrag hat das Zürcher Stadtparlament, der Gemeinderat, am Mittwochabend mit 98 Ja- zu 22 Nein-Stimmen zugestimmt. Einzig die SVP stimmte dagegen.

Bedarf an Studentenwohnungen angezweifelt

Studentenwohnungen seien kein Bedürfnis, wer sich etwas anstrenge, finde problemlos ein Zimmer in einer WG, sagten verschiedene Sprecher der SVP. Sie hatte in einem separaten Vorstoss deshalb den Verkauf des Grundstücks verlangt, auch dies ohne Erfolg.

Auch die FDP sähe es lieber, wenn die Stadt Zürich ihre überflüssigen Liegenschaften oder Landreserven veräussern würde. FDP-Gemeinderat Urs Egger zitierte deshalb aus Goethes Faust: «Zwei Seelen wohnen ach! in unserer Brust». Doch der Bedarf nach mehr Wohnraum für Studenten sei in diesem Fall höher zu gewichten.

Lob für das Vorhaben gab es von allen übrigen Parteien. In der Debatte sei beinahe vergessen gegangen, «dass dies eine hervorragende Investition in die Standortqualität der Stadt Zürich ist», sagte SP-Vertreter Joe Manser. Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) sprach schliesslich von einem wichtigen Zeichen für die junge Generation.

Ein Zimmer für 580 Franken Miete im Monat

Der Baurechtsvertrag zwischen der Stadt Zürich und der SSWZ gilt für 62 Jahre und kann zweimal um 15 Jahre verlängert werden. Der provisorische Baurechtszins beträgt 78'606 Franken. Zudem wird der SSWZ ein unverzinsliches Darlehen von vier Millionen Franken gewährt.

In der Überbauung an der Rosengartenstrasse sollen neben den 130 Studentenzimmern eine Kindertagesstätte und ein Kindergarten entstehen. Zudem ist ein kleiner Quartierpark auf der verbleibenden Fläche geplant. Die Zimmermiete soll durchschnittlich 580 Franken inklusive Nebenkosten betragen. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2017 geplant, der früheste Bezug wäre im Frühling 2019.

Heute stehen auf dem Grundstück ein unterirdisches Wasserreservoir, das bereits stillgelegt wurde, ein ehemaliges Wärterhaus, zwei Garagenboxen und ein Pumpengebäude. Die Gebäude müssen für die Überbauung abgerissen, das Reservoir teilweise zurückgebaut werden. Für diese Kosten kommt die Stadt Zürich auf.