Sparen bei der Bildung Zürcher Gymi-Lehrer geben den Kampf auf

Ein Schüler an einem Gymnasium streckt die Hand auf.

Bildlegende: Mehr arbeiten für den gleichen Lohn: Dies gilt demnächst auch für Zürcher Deutsch- und Französischlehrer an Gymnasien. Keystone

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Zürcher Regierungsrat darf die Wochenlektion für Deutsch und moderne Fremdsprachen von 22 auf 23 erhöhen.
  • Der Verband MVZ akzeptiert ein Urteil des Zürcher Verwaltungsgerichts, die Chancen auf einen Erfolg vor Bundesgericht werden als gering eingeschätzt.
  • Die Zürcher Regierung erhofft sich Einsparungen in der Höhe von 4 Millionen Franken pro Jahr.

Silvio Stucki, Präsident des Zürcher Mittelschullehrerverbands (MVZ), ist konsterniert: Das Zürcher Verwaltungsgericht ist in seinem Urteil auf das Hauptanliegen der Beschwerde nicht eingegangen. Es sah keine Notwendigkeit zu prüfen, ob eine Pensenerhöhung für die Deutsch- und Französischlehrer einer wissenschaftlichen Grundlage bedarf. Und damit die Frage beantwortet, ob die Sprachlehrer tatsächlich einen grösseren Unterrichtsaufwand betreiben, wie dies bisher angenommen wurde.

Keinen Bonus fürs Aufsätze korrigieren

Seit Jahrzehnten gilt an Zürcher Gymnasien die Regel, dass Lehrpersonen der Fächer Deutsch und moderne Fremdsprachen für einen vollen Lohn eine Lektion weniger pro Woche unterrichten müssen als ihre Kolleginnen und Kollegen. Der Grund dafür ist die Annahme, dass es aufwändiger ist einen Aufsatz zu korrigieren als einen Mathetest.

Die Angleichung der Wochenpensen wird nun akzeptiert, sagt Silvio Stucki gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Das Urteil des Verwaltungsgerichts wird nicht an die nächste Instanz weitergezogen. Hinter diesem Entscheid stünden auch die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer, betont der Präsident des MVZ. Aber er macht sich Sorgen: «Die Lehrer sind frustiert und fühlen sich nicht wertgeschätzt.»

Zürcher Regierung wieder am Zug

Noch ist offen, ab wann die neue Pensenregelung an den Zücher Gymnasien in Kraft gesetzt wird. Darüber muss nun der Zürcher Regierungsrat entscheiden. Die Erwartung des Mittelschullehrpersonenverbands an die Adresse der Zürcher Bildungsdirektion ist klar: Entlassungen gelte es zu vermeiden und denjenigen Lehrerinnen und Lehrern, die aus Spargründen Lektionen verlieren, sollen untertützt werden.

(simd; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 06:32 Uhr)