Zürcher Hortangestellte gehen auf die Strasse

Die Hortnerinnen und Hortner der Stadt Zürich wehren sich gegen den Qualitätsabbau in den Kinderhorten. Die Gespräche mit der Stadt bringen ihrer Meinung nach nichts. Deshalb sind sie nun mit Trommeln und Tröten vor das städtische Schulamt gezogen und wiederholen ihre Forderungen.

Männer und Frauen mit Transparenten, auf denen Slogans gegen Qualitätsabbau bei Horten stehen

Bildlegende: Vor dem Zürcher Schulamt machen Hortangestellte ihrem Ärger Luft. SRF

Kinder brauchen Raum, Zeit und Sorgfalt. Rund 100 der insgesamt 1800 Stadtzürcher Hortnerinnen und Hortner haben diese Botschaft am Dienstag mit Lärm und Transparenten dem städtischen Schulamt überbracht.

Sie überreichten Schulvorsteher Gerold Lauber (CVP) einen offenen Brief, in dem sie ihre alten Forderungen wiederholten. Die seit einem Jahr laufenden Gespräche mit der Stadt hatten die Hortangestellten aus Frustration abgebrochen, weil sie ihrer Meinung nach nichts brachten.

Mehr Kinder auf gleichem Raum

Das Problem begann 2005 mit dem Inkrafttreten des neuen Volksschulgesetzes. Es besagt, dass jedes Kind ein Anrecht auf einen Hortplatz hat. Dies verlangt wiederum den steten Ausbau des städtischen Hortangebots. Dadurch entstünden nun aber immer grössere Kindergruppen, monieren die Hortangestellten. Die Horträume indes blieben vielerorts dieselben, es werde für Kinder und Hortner zu eng.

«  Gerade die Kleinen und Scheuen kommen zu kurz. »

eine Zürcher Hortnerin

In überfüllten Horten könnten sie nicht mehr auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, sagen die Hortangestellten. Gerade kleine und scheue Kinder kämen in solchen Grossgruppen zu kurz. Auf diese Weise verschlechterten sich auch die Arbeitsbedingungen für Hortangestellte, und letztlich werde der Beruf des Hortners und der Hortnerin entwertet.

Das Paradies kommt nicht zurück

Schulvorsteher Gerold Lauber nahm das Anliegen entgegen. Er kenne das Problem. Wo die Stadt neue Schulgebäude plane, beziehe sie das Hortproblem mit ein. «Die Situation wird sicher besser», sagt Lauber. Paradiesische Zustände wie vor zehn Jahren werde es im Hortbereich jedoch nicht mehr geben.