Zum Inhalt springen

Zürich Schaffhausen Zürcher Kühe erhalten zu viele Medikamente

Viele Zürcher Bauern verabreichen ihren Tieren ohne klaren Grund Antibiotika und andere Medikamente. Zu diesem Schluss kommt das Zürcher Veterinäramt. Von 630 kontrollierten Bauernhöfen im letzten Jahr, wies fast jeder dritte Mängel auf.

Eine Kuh muht, anlässlich der Albisrieder Viehschau 2009
Legende: Das Trimmen auf Leistung macht Kühe anfälliger für Krankheiten. Der Griff zum Antibiotikum ist dann nicht mehr weit. Keystone

In einer Schwerpunktkontrolle untersuchte das Zürcher Veterinäramt die Tierhaltung auf Zürcher Bauernhöfen. Kontrolliert wurde beispielsweise die Hygiene im Stall, die Hygiene bei der Milchproduktion, vor allem aber der Einsatz von Medikamenten bei den Tieren.

Gefürchtete Antibiotika-Resistenz

Der Umgang mit Medikamenten sei ein zentraler Punkt, sagt Kantonstierärztin Regula Vogel gegenüber dem «Regionaljournal»: «Denn durch nicht sachgemässe Anwendung von Medikamenten kann es zu Rückständen im Fleisch oder zu einer Antibiotika-Resistenz kommen.» Vogel stellt den Zürcher Bauern punkto Medikamentenabgabe nicht nur ein gutes Zeugnis aus: «Es war nicht immer nachvollziehbar, warum ein Medikament verabreicht wurde.» Von 631 kontrollierten Betrieben wiesen 192 Mängel auf, häufig wegen einer unklar begründeten Abgabe von Medikamenten an die Tiere. Diese Rate, so Vogel, habe nicht abgenommen.

Dass die Zürcher Bauern generell zu schnell zu Medikamenten oder Antibiotika für ihre Tiere greifen würden, wollte Vogel jedoch nicht bestätigen: «Diesen Schluss kann ich nicht ziehen. Aber es ist Anlass für uns, genauer hinzusehen und mit den Betroffenen die Probleme zu besprechen.»

Legende: Video Antibiotika im Stall abspielen. Laufzeit 8:56 Minuten.
Aus Rundschau vom 28.03.2012.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Steiner, Winterthur
    Dann müsste das also wohl besser heissen: Schweizer Fleisch - alles andere ist gesünder. Die Schweizer Bauern sind also nicht besser als ihre EU-Kollegen. Was für einen Grund sollte ich noch haben, hier Fleisch zu kaufen? Bauern, ihr habt "den letzten Zwick an deer Geisel": Subventionsmauscheleien, Überdüngung, Mitverantwortung beim Bienensterben, Antibiotika-Missstände bei Hühnern und jetzt bei Fleisch. Es reicht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen