Zürcher Kunst-Klappe, die erste

Das Museum Art-Dock versucht auf ausgefallene Weise, entwendete Kunstgegenstände zurückzubekommen. Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs beim Hardplatz Zürich steht neu eine Rückgabebox. Und bereits in der ersten Woche lag ein Bild in der Kunst-Klappe.

Seit das Museum Art Dock im April auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs in Zürich wiedereröffnet hat, haben Unbekannte 15 Zeichnungen der Zürcherin Trudi Demut und sechs Skulpturen sowie drei Zeichnungen des Künstlers Otto Müller entwendet. Den Wert dieser Gegenstände beziffert der Kurator Ralph Bänziger auf über 100'000 Franken.

Doch anstatt wie üblich Anzeige zu erstatten, wählte Bänziger einen anderen Weg. «Wir wollten denen, die etwas mitlaufen liessen, eine Chance geben. Also kam die Idee auf, eine Rückgabestelle einzurichten.»

Gesagt, getan. Schon kurze Zeit später stand auf der Terrasse des Museums eine mannshohe Holzbox - die Kunst-Klappe.

Erster Teilerfolg

Seit dem vergangenen Freitag ist die Holzbox in Betrieb. Alle zwei Stunden kontrolliert Ralph Bänziger seither, ob etwas eingeworfen worden ist. Und das mit Erfolg: «Nach nicht einmal einer Woche erhielten wir ein sehr seltenes Gemälde. Ein vermisstes Werk aus den sechziger Jahren.» Allein schon dafür habe es sich gelohnt, die Klappe zu installieren. Doch das eigentliche Ziel bleibt: «Natürlich hoffen wir, dass die gestohlenen Werke bald in der Klappe landen.»