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Zürcher Landschaftschutz Warum der Regierungsrat mit Guerilla-Aktion für Naturschutz wirbt

Der Kanton Zürich feiert 75 Jahre Naturschutz. Dabei sorgte eine PR-Aktion am Greifenseeufer für viel Unmut.

Seit 75 Jahren schützt der Kanton Zürich seine Natur. Um auf dieses Jubiläum aufmerksam zu machen, setzte die Baudirektion auf ein ausgefallenes Mittel: eine Guerilla-Aktion am Ufer des Greifensee.

Eine Infotafel und Bauprofile kündigten Luxuswohnungen an – mitten im Naturschutzgebiet.

Vor einem See stehen zwei Tafeln am Ufer. Eines zeigt das Symbol des Naturschutz, daneben wirbt ein Plakat für Luxuswohnungen.
Legende: Diese PR-Aktion des Amtes für Natur und Landschaftsschutz erzürnte die Anwohner. zvg (Kanton Zürich)

Allerdings unterschätzte die Baudirektion die Reaktion der Anwohnerinnen und Anwohner. In Greifensee liefen die Leute Sturm und empörten sich dermassen ob des vermeintlichen Bauprojekts, dass sich der Kanton gezwungen sah, die Aktion vorzeitig aufzudecken und abzublasen.

Baudirektor spricht von «super Sache»

Am Freitag hat nun Regierungspräsident und Baudirektor Markus Kägi (SVP) die unkonventionelle Aktion verteidigt. Mit einer Inseratekampagne errege man in der heutigen Zeit kaum Aufmerksamkeit: «Auch wenn es etwas Ärger brachte, war es eine super Sache. Die Leute haben wahrgenommen, was der Naturschutz bewirkt.»

Greifensee versinnbildlicht Erfolge

Der Kanton wählte das Greifenseeufer aus gutem Grund: Vor 77 Jahren war dieses Gebiet das erste, welches der Kanton unter Schutz stellte.

Gegründet mitten im Zweiten Weltkrieg

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Es war die Zeit der «Anbauschlacht». Im Jahr 1941 stellte die Zürcher Kantonsregierung das Ufer des Greifensee unter Schutz. Ein Jahr später nahm der erste Beauftragte für Natur- und Landschaftsschutz seine Arbeit auf.

In diesem Dreivierteljahrhundert seither hätten die beiden Fachstellen viel erreicht, bilanziert der Regierungsrat. Aktuell gibt es im Kanton Zürich rund tausend geschützte Gebiete.

Am Greifensee lassen sich die Auswirkungen des Natur- und Landschaftsschutz gut aufzeigen, so die Baudirektion. Ohne die Fachstellen wäre das Ufer wohl komplett verbaut. Eine Visualisierung zeigt, wie ein Blick auf den See aus der Vogelperspektive mit Verbauung aussehen würde:

Bildvergleich

Regler nach links verschieben Regler nach rechts verschieben
Legende:Zum Beispiel der GreifenseeWie der See ohne Landschaftsschutz zugebaut wäre. zvg (Kanton Zürich)

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2 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Etwas Ärger schadet höchstens dem Gemüt und belastet die Leber. Ein richtiger gerichteter Zorn entlastet die Leber .... Kein Wunder, dass die Lebererkrankungen überhandnehmen. Etwas mehr müssen wir uns schon zumuten lernen im Land der oft zunehmenden faulen Kompromisse und Herrschaft einer mittlerweile globalisiert organisierten Finanz-Theokratie... Aber super, dranbleiben und den Ärgerpegel solange anschwellen lassen bis er die Kraft eines heiligen Zorn entwickelt.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Ich finde die Kampagne super. Je mehr Leute sich endlich gegen den Dichtestress -und konsequenterweise gegen das ursächliche Wachstum- wehren, desto besser.
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