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Zürcher Notfalltelefon Was darf es kosten, wenn der Arzt in der Nacht ausrücken muss?

Das Zürcher Parlament macht den Weg frei für das Notfalltelefon. Zu reden gaben die Kosten für Kanton und Gemeinden.

Ein Hausarzt auf Patientenbesuch schreitet eine Treppe hoch zu einer Wohung.
Legende: Der Kanton Zürich erhält ab dem neuen Jahr eine einheitliche Notfallnummer für ärztliche Hausbesuche. Keystone

Wer mitten in der Nacht oder am Wochenende dringend ärztliche Hilfe benötigt, aber nicht ins Spital eingeliefert werden muss, der wählt im Kanton Zürich ab dem neuen Jahr eine einheitliche Telefonnummer. Diese lautet: 0800 33 66 55. Mit dieser Nummer gelangt die Patientin oder der Patient an eine Telefonzentrale, die Tipps gibt, Hausbesuche eines Arztes organisiert oder auf Apotheken verweist.

  • In der Telefonzentrale arbeiten 6 Ärztinnen und Ärzte sowie 30 Praxisassistentinnen und -assistenten.
  • Sie beraten Patientinnen und Patienten 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr.
  • Diese Dienstleistung ist für die Patientinnen und Patienten gratis, die Kosten tragen der Kanton und die Gemeinden.

Für die GLP ist das Geldverschwendung

Kanton und Gemeinden bezahlen für das neue Zürcher Notfalltelefon pro Einwohner jeweils 2 Franken 40. Grünliberalen Politikern im Zürcher Kantonsrat war das zu viel. So fragte etwa GLP-Kantonsrat Daniel Häuptli heute im Rat: «Würden Sie einen VW zum Preis eines Rolls Royce kaufen?» Und sein Parteikollege Roland Alder wurde gar noch deutlicher: «Fenster auf, Geld raus, Fenster zu».

Die Grünliberalen wollten deshalb, dass der Auftrag für den Betrieb dieser Notfallzentrale öffentlich ausgeschrieben wird, um Kosten zu sparen. Die anderen Parteien folgten dieser Forderung nicht. Für Josef Widler von der CVP sind die Kosten gerechtfertigt – aus drei Gründen. «Die neue Notfallnummer geht schon am 1. Januar in Betrieb, Patientinnen und Patienten sollen nichts bezahlen und eine Rundumbetreuung an 365 Tagen im Jahr erhalten.» Zudem hätten Experten die Höhe der Kosten als vertretbar beurteilt, fügte Regierungsrat Thomas Heiniger an.

Der Kantonsrat lehnte die Forderung der Grünliberalen am Ende deutlich ab.