Zürcher Taxis verlangen zu Unrecht Zuschläge für Kindersitze

Taxiunternehmen in der Stadt Zürich verrechnen teilweise hohe Zuschläge, wenn sie ein Taxi mit Kindersitz bereitstellen müssen. Das sei nicht zulässig, heisst es bei der Stadtpolizei Zürich. Kunden müssten diese Gebühr nicht bezahlen.

Zwei kleine Buben auf dem Rücksitz eines Autos, angeschnallt in einem roten und einem blauen Kindersitz.

Bildlegende: Sprösslinge im Kindersitz: Wird so ein Sitz im Taxi gebraucht, vergeht den Eltern oft das Lachen. Keystone

Wer mit kleinen Kindern in Zürich ein Taxi benützen will, muss tief in die Tasche greifen. Zürcher Taxiunternehmen verrechnen für die Bereitstellung eines Kindersitzes zum Teil happige Zuschläge. Beim Taxiunternehmen 7x7 kostet ein Hartschalensitz für ein Kind 30 Franken. Braucht eine Familie einen zweiten Sitz, kostet das noch einmal 20 Franken.

Holen, zurückbringe, reinigen

«Ein Kindersitz ist eine Zusatzdienstleistung, und diese ist mit zusätzlichem Aufwand verbunden. So etwas gibt es in jedem Gewerbe», begründet Enrico Morosi, kaufmännischer Leiter bei Taxi 7x7, den Zuschlag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Sitze müssten von den Fahrern in der Zentrale abgeholt werden, sie kosteten viel Geld und müssten regelmässig gereinigt werden.

Etwas günstiger fahren die Kunden mit dem Konkurrenzunternehmen Taxi 444. Dort kostet der Kindersitz 20 Franken extra, ein zweiter Sitz ist gratis. Bei der Stadtpolizei Zürich betrachtet man diese Praxis der Taxiunternehmen als problematisch.

Kunden sollen sich wehren

So ein Zuschlag sei nicht rechtmässig, sagt Polizeisprecher Marco Bisa gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Taxiunternehmen dürfen für die Bereitstellung eines Kindersitzes nichts verlangen. Bisa empfielt Taxikunden in solchen Fällen, die Nummer auf der Leuchte des Taxis zu notieren und bei der Polizei eine Anzeige einzureichen. Zur Zeit werde der Taxitarif der Stadt Zürich überarbeitet. Dabei soll auch die Frage des Zuschlags für den Kindersitz klarer geregelt werden.