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Zürich Schaffhausen Zürich - das Dienstleistungsparadies

Im Kanton Zürich ist die Bevölkerung im Allgemeinen sehr zufrieden mit den Dienstleistungen ihrer Gemeinden. Das zeigt eine schriftliche Umfrage des Kantons bei 2500 Personen. Was auffällt: In kleinen Gemeinden ist die Zufriedenheit tiefer als in grossen.

Eine Frau füllt an einem Schalter ein Formular aus
Legende: Gut bedient am Schalter: In den grösseren Städten sind die Leute zufriedener mit dem Service. Keystone

Sensationelle 98 Prozent der Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher sind gemäss der Umfrage des Gemeinde- und Statistischen Amtes des Kantons Zürich mit den Dienstleistungen der Stadt zufrieden oder sehr zufrieden. Am unzufriedensten, nämlich 18 Prozent, sind Bewohnerinnen und Bewohner der kleinen Gemeinden unter 1000 Einwohner.

Vom «Regionaljournal» befragte Gemeindepräsidenten glauben hingegen nicht, dass die Umfrage die Situation in ihren Dörfern widerspiegelt. Der Zusammenhalt sei gut, die Wege kurz, man kenne sich und rede miteinander.

Abstriche bei der Kinderbetreuung oder beim öffentlichen Verkehr

An der Interpretation der Justizdirektion, die kleinen Gemeinden hätten mehr Mühe damit, der Bevölkerung zeitgemässe Dienstleistungen anzubieten, sei aber vielleicht etwas Wahres. «In der Tagesbetreuung von Vor- und Schulkindern haben wir im Dorf keine Lösung», sagt zum Beispiel Jörg Schönenberger, Gemeindepräsident der Gemeinde Altikon mit 667 Einwohnern. «Das führt bei einer gewissen Schicht vielleicht zu einer Unzufriedenheit mit den Behörden.»

Auch beim öffentlichen Verkehr könnten kleine Gemeinden nicht viel bieten. «In jedem Haus ist ein Auto nötig», sagt Gemeindepräsident Urs Schäfer aus Schlatt (750 Einwohner). Ein immer wiederkehrendes Thema: Die Steuern. Gerade in kleineren Gemeinden sind die Steuerfüsse besonders hoch. Hier kommt den kleinen Gemeinden ein weiteres Resultat der Umfrage entgegen: Gemeindefusionen, kommt sie zum Schluss, stossen in kleineren Gemeinden auf mehr Akzeptanz als in grösseren.

Ähnliche Resultate - interessante Verschiebungen

Trotz einer gewissen Unzufriedenheit in kleinen Gemeinden: Ganz allgemein fühlen sich laut Umfrage 96 Prozent der befragten Zürcherinnen und Zürcher sehr wohl oder eher wohl in ihrer Gemeinde. Gegenüber der Befragung von 2011 seien die Resultate ähnlich ausgefallen, heisst es in der Mitteilung weiter. Einige bemerkenswerte Änderungen gab es dennoch:

  • Die verkehrstechnisch gute Erschliessung und eine effiziente Gemeindeverwaltung sind 2015 mehr Leuten «sehr wichtig» als 2011.
  • Deutlich abgenommen hat der Anteil jener, denen ein lebendiges Vereinsleben und ein gutes Freizeit- und Kulturangebot «sehr wichtig» ist.
  • Deutlich mehr Leuten sind tiefe Steuern «eher wichtig».
  • Klar zugenommen hat im Vergleich zum Jahr 2011 - vor allem in kleineren Gemeinden - die Bereitschaft, Dienstleistungen in Nachbargemeinden zu beziehen.
  • Um 11 Prozentpunkte abgenommen hat dagegen im Vergleich zur letzten Befragung die Akzeptanz von Gemeindefusionen bei gleichbleibenden Steuern und Gebühren. Am grössten sei die Bereitschaft in kleinen Gemeinden und in Städten.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Dieser Bericht zeigt ein deutlich klares Faktum: Je grösser eine Agglomeration oder Stadt ist, desto mehr werden dort staatliche Einrichtungen (Aemter, Institutionen, Dienstleistungen, usw.) benützt. Je kleiner eine Gemeinde ist, desto höher wird dort die Selbstverantwortung, Eigenleistung und Einsatzbereitschaft gelebt und praktiziert! Darum überrascht der Bericht kein klar sehender Politbeobachter!
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Die staatlichen Dienstleistungen sind in grösseren Orten professionalisiert & im Gegensatz zu den ländlichen Gemeinden weniger der Willkür der Behörden ausgeliefert. Oft stellen wir auch fest,dass die Behörden in kleinen Gemeinden masslos überfordert sind. Dies führt dann zu teilweise hemdsärmeligen «Lösungen».Und, je länger je mehr müssen kleine Gemeinden die Dienstleistungen an private Firmen auslagern, was zu überdurchschnittlichen Kosten für den Bürger führt. Was nun ist also besser?
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