Zürich gedenkt 100. Todestag des «Arbeiterkaisers»

August Bebel war für die Sozialdemokratie in Deutschland, aber auch der Schweiz, eine prägende Figur. Sein Begräbnis in Zürich vor 100 Jahren war das grösste, das die Stadt wohl je gesehen hat. Nun ehrt ihn die Stadt Zürich mit einer Ausstellung und einer Kranzniederlegung auf dem Friedhof Sihlfeld.

Die Eintrittskarte zum Begräbnis von August Bebel 1913.

Bildlegende: Eintritt nur mit Ticket: Die Begräbnisfeier von August Bebel zog Massen an. SRF

Porträt von August Bebel.

Bildlegende: August Bebel erhielt im Volk den Übernamen «Arbeiterkaiser» Keystone

Am Trauerzug für August Bebel am 17. August 1913 in Zürich marschierten 15'000 Menschen mit. Auf den Friedhof wurde man nur mit Eintrittsticket eingelassen. Hunderttausende sollen seinem Leichnam in den Tagen zuvor noch die letzte Ehre erwiesen haben.

Am Dienstagnachmittag, 100 Jahre nach seinem Tod, haben SP und SPD gemeinsam dem Sozialistenführer Bebel an seinem Grab gedacht, das noch heute auf dem Friedhof Sihlfeld in Zürich liegt. SPD-Chef Sigmar Gabriel, SP-Präsident Christian Levrat und Zürichs SP-Stadtpräsidentin Corine Mauch legten dazu einen Kranz aus roten Nelken nieder.

Das Friedhof Forum würdigt Bebels hundertsten Todestag ab dem 17. August ausserdem mit einer Ausstellung.

Kämpfer auch für Frauenrechte

August Bebel (1840 - 1913) prägte in hohem Mass auch die Schweizer Arbeitnehmerbewegung. Er setzte sich zudem für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Sein 1879 erschienenes Buch «Die Frau und der Sozialismus» wurde bei den Linken ein Klassiker und machte ihn unter anderem zum Millionären. Mit seinem Vermögen kaufte er sich eine 14-Zimmer-Villa am Zürichsee.

Zürich war aber schon lange zuvor zu einer zweiten Heimat für Bebel geworden. Es diente ihm und anderen deutschen Sozialisten als Exil, als ihr Gedankengut im Deutschen Reich verboten war. Gleichzeitig wurde seine Tochter durch ihre Heirat in Zürich sesshaft. Seinen Lebensabend verbrachte August Bebel mehrheitlich in Zürich. Wegen Herzbeschwerden hielt er sich immer wieder zur Kur auch in Passugg oberhalb Chur auf. Dort starb er dann auch am 13. August 1913.