Zürich: Gemischte Erfahrungen seit dem Nein zur Pauschalsteuer

Soll die Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer abgeschafft werden? Diese Frage müssen die Schweizer am 30. November an der Urne beantworten. Die Zürcher sagten schon vor vier Jahren Nein zur Pauschalsteuer. Und die Erfahrung zeigt: Ob der Kanton gewonnen oder verloren hat, ist unklar.

Ein Auto, darin spiegelt sich eine Villa.

Bildlegende: Nicht alle Reichen fuhren mit der Pauschalsteuer besser als ohne sie. Keystone

Die Pauschalbesteuerung sei eine Art Generalabonnement, erklärt Roger Keller, Sprecher der Zürcher Finanzdirektion. Viele Ausländer hätten sich dafür entschieden, weil die Pauschalbesteuerung bequemer sei, als eine detaillierte Steuererklärung auszufüllen. Wie beim GA spielte die Frage, ob sich dabei Geld sparen lasse, eine sekundäre Rolle.

Steuern optimiert, weniger bezahlt

Die Hälfte der Pauschalbesteuerten (97 von 201) verliessen den Kanton Zürich nach der Abschaffung der Steuer. Von denen, die blieben, bezahlte rund die Hälfte danach weniger Steuern als vorher. «Diese Leute haben ihre Finanzen genau angeschaut, um die Steuern zu optimieren», sagt Roger Keller.

Ob sich die Abschaffung der Pauschalsteuer für den Kanton lohnte, lässt sich nicht genau sagen. «Man wird nie wissen, ob sich potentielle Zuzüger wegen der Abschaffung der Pauschalbesteuerung umentschieden haben», sagt Roger Keller. Sicher ist: Die Pauschalbesteuerung spielte im Kanton Zürich nie dieselbe Rolle wie in anderen Kantonen. Und unter dem Strich blieben die Steuereinnahmen in etwa gleich gross.