Zürich: «Mögliches Kongresshaus Winterthur ist keine Konkurrenz»

Seit Jahren plant die Stadt Zürich ein Kongresszentrum, ein Projekt nach dem anderen wurde aufgegeben. Nun will Winterthur aus seinem Theater ein Kongresshaus machen - frei nach dem Motto «De Gschnäller isch de Gschwinder». Zürich ist trotzdem nicht beunruhigt.

Visualisierung des neuen Kongresshauses Zürich.

Bildlegende: 2017 soll der Ausbau des Kongresshauses Zürich fertig sein. Dieses punkte dann mit seiner «aussergewöhnlichen Lage». Visualisierung/zvg

800 bis 1000 Veranstaltungen finden im Zürcher Kongresshaus jährlich statt. Davon machen die Kongresse allerdings nur einen geringen Teil aus, nämlich höchstens zehn. Kein Wunder. Der Markt für Kongresse ist umstritten, das Kongresshaus und seine Infrastruktur in die Jahre gekommen.

Zürich plant denn auch schon seit Jahren ein neues Kongresshaus. Doch bisher konnte sich kein Projekt durchsetzen. Und vor einem Jahr liess die Stadt alle Pläne für ein neues Kongresshaus fallen und setzt seither auf einen Umbau des alten Standortes per 2017.

Selbstsichere Zürcher

Trotz dieser mühsamen Geschichte: Die Verantwortlichen in Zürich fürchten die mögliche Konkurrenz aus Winterthur nicht. Alfons Sonderegger, Präsident der Kongresshaus-Stiftung Zürich, verweist auf die prominente Lage am See und sagt: «Winterthur ist keine direkte Konkurrenz, sondern einfach ein Anbieter mehr.» Ausserdem geht er davon aus, dass Winterthur eher kleinere Kongresse anziehen würde. «Und dieser Markt wächst.»

Gleich tönt es bei der Stadt Zürich: «Die Region Zürich ist derart attraktiv, da haben auch mehrere Kongresszentren Platz», sagt Urs Spinner, Departementssekretär des Hochbaudepartementes. Ausserdem sei die Stadt «die Destination Nummer eins in der Schweiz und wird dies auch bleiben.»

Nur: Nicht nur in Winterthur, auch in Kloten soll ein neues Kongresszentrum entstehen. Ob der Markt tatsächlich genügend Angebote bietet, damit alle drei überleben können, ist zumindest fraglich.