Zürich-Versicherung kann Hauptsitz kräftig ausbauen

Das Zürcher Stadtparlament hat den nötigen Gestaltungsplan für den Neu- und Ausbau am Mythenquai ohne Gegenstimme abgesegnet. Dass die Stadt im Gegenzug für die zusätzlich möglichen Geschosse 8 Millionen Franken erhält und damit die Hafenpromenade erneuert, sorgte jedoch für heftige Kritik.

Der Gemeinderat der Stadt Zürich hat den privaten Gestaltungsplan «Quai Zurich» einstimmig angenommen. Gegen die Ausbaupläne der Zürich-Versicherung hat sich niemand ausgesprochen.

Für hitzige Diskussionen sorgte allerdings ein Vertrag zwischen der Stadt und der Versicherung. Mit dem privaten Gestaltungsplan wird die Ausnutzung auf dem Areal erhöht. So wird es beispielsweise möglich, den Neubau 25 statt 20 Meter hoch zu bauen und die nutzbare Geschossfläche um rund 25 Prozent zu erweitern. Die Zahl der Beschäftigten am Mythenquai wird sich nach dem Umbau von 1000 auf 1300 erhöhen. Als Gegenleistung dafür beteiligt sich die Versicherung an der Erneuerung der Hafenpromenade Enge: 8,35 Millionen Franken erhält die Stadt.

Unfreiwillige Freiwilligkeit oder gar Nötigung?

Aus Sicht von Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) entsteht durch die getroffene Vereinbarung eine Win-Win-Situation. Durch den freiwilligen Beitrag an die Hafenpromenaden-Infrastruktur gewinnen die Stadt, der Konzern und die Bevölkerung, sagte er am Mittwoch im Rat. Dieser Meinung waren auch SP, Grüne, AL und GLP.

FDP und SVP hingegen sprachen dem Beitrag jegliche Freiwilligkeit ab. Sie sprachen von Nötigung, Willkür, der Grenze des Zulässigen und modernem Raubrittertum. Zusammen mit der CVP hatten sie deshalb ein Postulat eingereicht. Es sollten keine derartigen Verträge zu «freiwilligen Beiträgen» mehr erlaubt sein, solange die gesetzlichen Grundlagen dafür fehlen. Dieses Postulat wurde allerdings mit 45 Ja- gegen 71-Neinstimmen abgelehnt.