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40'000 Briefe an Ausländer Zürich will mit Einbürgerungen die Demokratie fördern

Den Schweizer Pass noch in diesem Jahr beantragen: Das rät die Stadt Zürich 40'000 Ausländerinnen und Ausländern und hat deshalb Einladungen zur Einbürgerung verschickt. Sie macht im Schreiben darauf aufmerksam, dass der Weg zum Schweizer Pass im nächsten Jahr teilweise steiniger wird.

Ein Mann überreicht einem Gegenüber einen Schweizer Pass.
Legende: Die Stadt Zürich lädt 40'000 Ausländerinnen und Ausländer zur Einbürgerung ein. Keystone

Die Stadt Zürich lädt ein: Ausländerinnen und Ausländer sollen sich über die Möglichkeit einer Einbürgerung informieren. Stadtpräsidentin Corine Mauch und Stadtschreiberin Claudia Cuche-Curti haben deshalb 40'000 Briefe verschickt – an Personen, welche die Wohnsitzfristen für den Schweizer Pass erfüllen.

Für eine lebendige Demokratie

Die Briefe erläutern den Ausländerinnen und Ausländern die neuen Regeln, die ab dem 1. Januar 2018 gelten. Diese sind zum Teil strenger als bislang. Deshalb rät die Stadt Zürich allen Personen, welche die Voraussetzungen mitbringen, sich noch dieses Jahr einbürgern zu lassen.

«Dem Zürcher Stadtrat ist es ein Anliegen, dass möglichst viele Zürcherinnen und Zürcher am direktdemokratischen Prozess teilnehmen können», erklärt Nat Bächtold, der Sprecher des Präsidialdepartements. «Je mehr Menschen sich beteiligen, desto lebendiger wird die Demokratie.» Es sei daher erwünscht, dass sich Ausländerinnen und Ausländer einbürgern lassen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.

Die SVP unter Schock

Für die SVP geht die Aktion der Stadt Zürich zu weit. Mauro Tuena, Präsident der Stadtzürcher SVP, spricht von einem Affront gegen das Bundesparlament, das die Gesetze auf nächstes Jahr angepasst hat. «Das neue Gesetz stellt sicher, dass nur noch gut integrierte Personen eingebürgert werden. Und nun führt die Stadt Zürich noch eine Express-Aktion durch, um nicht gut integrierte Ausländer einzubürgern.»

Nat Bächtold vom Stadtzürcher Präsidialdepartement widerspricht: «Die Kriterien, die erfüllt sein müssen, sind klar vorgegeben. Man muss zum Beispiel gut Deutsch können und schon lange in der Schweiz sein.» Der Brief sei bloss eine Einladung, um zu prüfen, ob man für eine Einbürgerung in Frage komme oder nicht.

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50 Kommentare

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  • Kommentar von Arthur Pünter (puenti)
    Eine Frage noch: Wird dieser finanzielle Aufwand für 40 000 adressierte und doppelseitige Einladungschreiben von der Portokasse des Präsidialamtes bezahlt oder ist eventuell noch etwas Kleingeld aus dem Budget für dringliche Häuserkäufe übriggeblieben??
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  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    25% der Bevölkerung der Schweiz kann nicht abstimmen + wählen. Das ist falsch, und muss geändert werden. Oder wollt ihr ewigs über Minderheiten abstimmen statt mit ihnen zu stimmen?
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Auch wenn Ihr Kommentar verwirrend und unklar zu verstehen ist, nur dieses Faktum: Auch wenn Ihnen Staatsgrenzen, Schweizer Pässe oder die Multikultigesellschaft überhaupt nicht interessiert und relevant sind, wer Schweizer Bürger werden will, muss sich integrieren und wenn er mit unserer Kultur und Lebensweise einverstanden ist, kann er sich einbürgern lassen! Das hat sich für ein neutrales, unabhängiges Land mit einer traditionellen und geschätzten Direktdemokratie seit jeher bewährt!
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Es betrifft ja ausschliesslich Leute die sich eh qualifiziert haetten... nur, warum haben die nicht laengst um Einbuergerung nachgesucht... das ist doch hier die Frage.. ohne ein Zueckerchen... wenn es so auch geht... es kostet ja auch etwas wenn man Schweizer werden will, daran hat sich wohl nichts geaendert... und dieses Geld kann man ja anders spendieren... oder?!
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