Zürich zeigt seine soziale Seite

Am Zürcher Sechseläuten präsentiert der Kanton Zürich nicht sich selbst, sondern bietet verschiedenen Schweizer Berggebieten eine Plattform. Auf dem Lindenhof dominieren deshalb während dreier Tage Käsegeruch und Volksmusik.

Ein Holzwand mit verschiedenen Utensilien für die Käseproduktion.

Bildlegende: Zürich holt die Berge ins Flachland. Keystone

Noch knapp vier Wochen, dann hat Zürich seinen grossen Auftritt bei sich zu Hause. Am Sechseläuten präsentiert sich der Kanton jedoch nicht selbst, sondern bietet Platz und Raum für seine Partnerschaften. Einerseits sind das die vier Bergregionen Greyerzerland (FR), das Schächental (UR), die Obere Leventina (TI) und das Münstertal (GR). Andererseits präsentiert Zürich diverse Entwicklungsprojekte in Osteuropa, Armenien, Bhutan und Tschechien. Ganz dem Motto entsprechend: «Züri mitenand».

«Zürich hat auf eine grosse Show bewusst verzichtet», erklärt Andreas Weidmann, Sprecher der Zürcher Zünfte, vielmehr wolle man zeigen, das Zürich als starker Kanton Verantwortung übernehme.

Von «Zürcher Geschnetzeltes» bis «Urner Hafächabis»

Auf dem Zürcher Lindenhof kann man sich während der drei Festtage von «Urner Chässuppe», Bündner Nusstorte und Leventiner Alpkäse ernähren, umrahmt von Volksmusik und Kindern, die im Sägemehl schwingen. Zürich hält sich diskret im Hintergrund und ist kulinarisch durch das traditionelle «Zürcher Geschnetzeltes» vertreten. Für den Präsidenten der Schweizer Patenschaft für Berggebiete und ehemaligen Bundesrat Hans-Rudolf Merz ist die Einladung eine grosse Freude. Der ehemalige Finanzminister hofft, dass sich der Auftritt am Sechseläuten letzlich aber auch finanziell auszahlt: «Wir hoffen, dass der eine oder andere Kanton danach auch Geld locker macht für die Berggebiete.»

Der Kanton Zürich macht für den Gastauftritt 350'000 Franken locker. Dieses Geld kommt aus dem Zürcher Lotteriefonds.

Zürich zu Gast in Zürich

Der Heimkanton ist nicht zum ersten Mal Gast am Fest der Zürcher Zünfte. Das war schon 1998 der Fall, und zwar aus historischem Anlass: 200 Jahre zuvor hatten sich die Zürcher Landgemeinden von der Vorherrschaft der Stadt befreit.