«Zum Leben brauche ich meine Frau, das «P.S.» ist zum Arbeiten.»

Seit 15 Jahren gibt es die linke Wochenzeitung «P.S.» Ein Nischenprodukt mit rund 2000 Abonnenten, das immer mal wieder ums Überleben kämpft. Gründer, Herausgeber und Chefredaktor Koni Löpfe ist dennoch überzeugt, dass es in Zürich eine unabhängige Stimme braucht.

Koni Löpfe, der 67-jährige Gründer, Herausgeber, Chefredaktor, Geldeintreiber, fleissigster Schreiber und Telefonist repräsentiert das «P.S» in Personalunion. Eine Darstellung, die er nicht so gerne hört: «Im Moment kommt nicht mal mehr die Hälfte von mir.»

Verdient hat er mit der Zeitung nie etwas, seit Jahren zahlt sich Löpfe einen Monatslohn von 1000 Franken aus - nur das Pensum von 70 Arbeitsstunden pro Woche ist kleiner geworden. Er stellt klar: «Zum Leben brauche ich meine Frau, das P.S. ist zum Arbeiten.»

Immer wieder mal braucht es deshalb für das Überleben der Zeitung Spendenaktionen. Auf der einen Seite ist dies Koni Löpfe unangenehm, andererseits freut er sich über das Engagement der Leute. Und trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten hat Löpfe das Gefühl, dass das «P.S.» nötig ist. «Die Zeitung ist unabhängig. Wir haben immer geschrieben, was wir wollen.»

Zum 15. Geburtstag wünscht sich Koni Löpfe etwas mehr Abonnenten. «Mit 500 Abos mehr wären wir finanziell auf der sicheren Seite.» Dann wären auch keine Spendenaktionen mehr nötig.