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Zürich Schaffhausen Zwei Mitarbeitende entlassen, Gefängnisleiter suspendiert

Das Bezirksgefängnis Affoltern am Albis steht in den Schlagzeilen: ein Kadermitglied steht im Verdacht, Geld veruntreut zu haben und eine weitere Angestellte, Drogen geschmuggelt zu haben. Ganz verhindern lassen sich solche Korruptionsfälle in Gefängnissen nicht, sagt ein Spezialist.

Eine Kamera, die auf ein vergittertes Fenster mit blauen Gittern gerichtet ist.
Legende: Nicht nur die Kamera blickt scharf hin: die Staatsanwaltschaft leitete eine Strafuntersuchung gegen das Gefängnis Affoltern am Albis ein. Keystone

Eine Gefängnismitarbeiterin und ein Kadermitglied des Bezirksgefängnisses Affoltern am Albis sind fristlos entlassen worden. Zudem wurde angesichts der belastenden Situation der Gefängnisleiter vorübergehend
suspendiert.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft in einer Strafuntersuchung gegen die beiden Angestellten. Die Leitung des Gefängnisses in Affoltern am Albis übernimmt ad interim Roland Zurkirchen, der eigentlich das Gefängnis Limmattal leitet.

«Es gibt kein Meldesystem im Strafvollzug»

Grundsätzlich sei es schwierig, solche Korruptionsfälle zu verhindern, sagt Thomas Freytag vom Verein «Freiheitsentzug Schweiz» (FES) gegenüber Radio SRF. «Es gibt kein Meldesystem in der Schweiz, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichten würde, Verfehlungen einzuspeisen» – so, wie sich etwa fehlbare Gastronomiebetriebe anonym bei der Lebensmittelkontrolle melden können.

Thomas Freytag leitet das Amt für Justizvollzug des Kantons Freiburg, gleichzeitig ist er Präsident des Vereins «Freiheitsentzug Schweiz». Dem Verein können Gefängnisleiterinnen und -leiter aus der ganzen Schweiz beitreten – Mitglied ist auch das Gefängnis Affoltern am Albis.

Gefängnisangestellte würden zwar in der Ausbildung darauf sensibilisiert, wie sie die Balance zwischen Nähe und Distanz zwischen sich und den Insassen halten könnten. Trotzdem: «Es sind auch nur Menschen, die in einem Gefängnis arbeiten – und es passieren Fehler, wo Menschen arbeiten,» so Thomas Freytag.

3 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Dass in allen Gefängnissen mit gengend Geld alles, auch Drogen, hineingeschmuggelt werden kann, weiss jedes Kind. Das Problem ist die passive Haltung der Behörden. Es ist eine Truppe zu schaffen, die unangemeldet Gefängnisse besucht, stichprobenartig Gefangene isoliert und sie und deren Zelle durchsucht. Wenn Schmuggelware gefunden wird, sind die Verantwortlichen, sprich Leitung und Wachen, hart zu bestrafen. Wer nachweislich für einen Insassen schmuggelt, gehört selbst ins Gefängnis.
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  • Kommentar von Thomas Stähli, Arlesheim
    Es ist nicht verwunderlich !!! Da gibt es einige Fälle in verschiedenen Haft Anstalten die damit behaftet sind. Als Spezialist für fremdes Eigentum war ich auch zu Besuch in verschiedenen Schweizer Anstalten. Als kritischer und bald einziger Schweizer im Knast bin ich oft auf eine Mauer des Schweigens geraten und von einer Anstalt in die andere geschoben worden. Zu gross war die Angst das etwas auskommt. Alkoholkonsum der Angestellten und Insassen. Diebstahl der Küchenchefin. Unvermögen usw.
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  • Kommentar von Alex Kramer, ZH
    «Es gibt kein Meldesystem in der Schweiz, das Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichten würde, Verfehlungen einzuspeisen» - wenn es für jedes mögliche Szenario einer Straftat eine Behörde und ein System benötigt, wäre dies wohl eine Bankrotterklärung unserer hoch gelobten Rechtspflege und der Beweis, dass der Verstand definitiv in den Ausstand getreten ist, wie die Zivilcourage auch. Aber man schafft auf diese Art ja nur allzu gerne Anreize, welche letztendlich nur die Staatsquote erhöhen.
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