«Zweifellos soll man neue Arbeitszeitmodelle ausprobieren»

Ärztinnen und Ärzte der jüngeren Generation sollen vermehrt Teilzeit arbeiten können, fordert der Verband der Zürcher Spitalärzte. Bei den Zürcher Spitälern stösst diese Forderung auf offene Ohren. Sie umzusetzen, dürfte jedoch schwierig werden.

Eine junge Ärztin behandelt einen Lungenpatienten.

Bildlegende: Junge Ärztinnen und Ärzte wollen für ihre Patienten da sein. Aber auch für ihre Familien. Keystone

Als erster Verband fordert der Verband der Zürcher Ärzte mehr Teilzeitstellen für Ärztinnen und Ärzte. Der Beruf müsse auch familienkompatibel sein - auf allen Hierarchiestufen. Konkret soll jede 3. oder sogar jede 2. Stelle eine Teilzeitstelle sein.

Willy Ruefer, Geschäftsleiter des Verbandes Zürcher Krankenhäuser, bestätigt gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» den Trend, dass immer mehr Ärzte Teilzeit arbeiten möchten.

Die Forderung stamme vor allem von jüngeren Ärztinnen und Ärzten, die ein anderes Berufsverständnis hätten als die ältere Ärzte-Generation. Die jungen Ärzte - und immer mehr Ärztinnen - möchten Beruf und Familie besser vereinbaren können, als dies bisher der Fall war.

Teilzeitarbeit für Chefärzte bleibt schwierig

Ruefer zeigt denn auch Verständnis für die Forderungen: «Zweifellos soll man neue Modelle ausprobieren.» Mit der Einführung von Jahresarbeitszeiten habe man erste Schritte unternommen.

Ruefer glaubt jedoch nicht, dass in naher Zukunft jede 3. oder 2. Stelle als Teilzeitmodell funktioniert. «Gewisse Dienste, zum Beispiel im Operationsaal, erfordern eine hohe Präsenz.» Auch auf gewissen Stufen, zum Beispiel bei Chefärztinnen und -ärzten, sei es schwierig oder gar unmöglich, unter 80 Prozent zu arbeiten.

Ein Viertel oder Fünftel der Stellen als Teilzeitstellen anzubieten, sei eher realistisch, sagt Ruefer weiter. Er sieht in einem grösseren Angebot von Teilzeitstellen auch eine Möglichkeit, um im hart umkämpften Markt Ärztinnen und Ärzte zu finden.

Der Verband will die Forderungen der Ärzte nun noch genau prüfen. Ruefer dämpft aber die Erwartungen: Der Verband können nur Empfehlungen abgeben.