Zweite Anklage gegen Whistleblower Rudolf Elmer

Nach dreijähriger Untersuchung erhebt die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich erneut Anklage gegen den Whistleblower Rudolf Elmer. Ihm werden Verletzung des Bankkundengeheimnisses und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Julian Assange und Rudolf Elmer zeigen an einer Medienkonferenz 2011 die Daten-CDs.

Bildlegende: Historischer Moment: Julian Assange und Rudolf Elmer zeigen an einer Medienkonferenz 2011 die Daten-CDs. Keystone

Im Vordergrund der Anklage gegen Rudolf Elmer steht eine medienwirksam inszenierte CD-Übergabe an «Wikileaks»-Gründer Julian Assange im Jahr 2011 - CDs, welche angeblich Daten von rund 2000 mutmasslichen Steuerbetrügern enthalten sollten.

Zwei Verfahren gegen Rudolf Elmer

Die Zürcher Staatsanwaltschaft wirft Elmer aber auch vor, bereits einige Zeit zuvor Bankkundendaten auf der Whistleblower-Plattform «Wikileaks» publiziert zu haben. Später soll er versucht haben, die Daten dem damaligen deutschen Finanzminister Peer Steinbrück zu übergeben. Der Angeklagte Rudolf Elmer, der bei der Bank Julius Bär arbeitete, bestreitet die Vorwürfe. Der Prozess am Bezirksgericht Zürich soll noch dieses Jahr beginnen.

Gegen Rudolf Elmer läuft noch ein zweites Verfahren: Darin geht es ebenfalls um Daten von Steuerhinterziehern, die er den Medien zugespielt haben soll. Das Bezirksgericht Zürich hat Rudolf Elmer in diesem Fall zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt, Elmer hat das Urteil jedoch ans Obergericht weitergezogen. Dieser Prozess war eine Zeit lang unterbrochen und wird Ende Jahr wieder aufgenommen.