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Schweiz 250'000 leben von Sozialhilfe – jeder Dritte ist unter 18

Erstmals seit drei Jahren gibt es in der Schweiz wieder mehr Sozialhilfebezüger. 2012 sind in der Schweiz über 250'000 Menschen finanziell unterstützt worden. Ein knappes Drittel der Bezüger war unter 18 Jahre alt.

Legende: Video Mehr Menschen auf Sozialhilfe angewiesen abspielen. Laufzeit 2:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.12.2013.

In der Schweiz ist die Zahl der von Sozialhilfe abhängigen Menschen im letzten Jahr weiter angestiegen. Erstmals seit drei Jahren ist auch die nationale Sozialhilfequote angestiegen. Das teilte das Bundesamt für Statistik (BFS) mit.

250'000 Menschen beziehen Sozialhilfe

2012 sind in der Schweiz über 250'000 Menschen mit wirtschaftlicher Sozialhilfe unterstützt worden. Die Zahl der betroffenen Menschen nahm damit um 14'200 beziehungsweise sechs Prozent zu. Die Sozialhilfequote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent.

Die Zunahme wird vom BFS zu einem beträchtlichen Teil auf die Überführung der kantonalen Arbeitslosenhilfe in die Sozialhilfe im Kanton Genf zurückgeführt. Allein diese Fusion habe zu einer Zunahme von rund 3200 Fällen geführt. Daneben sei aber auch eine generelle Zunahme der Fälle in anderen Kantonen festgestellt worden.

Generell haben laut BFS städtisch geprägte Kantone wie etwa Basel oder Genf eine höhere Sozialhilfequote als ländliche Kantone. Auch Kantone in der Westschweiz weisen eine höhere Quote auf als jene in der Deutschschweiz.

Ein knappes Drittel der Bezüger unter 18 Jahre alt

Mit rund 75'000 Menschen ist knapp ein Drittel aller Sozialhilfebeziehenden unter 18 Jahre alt. Kinder und Jugendliche sind rund zwei Drittel mal stärker von Sozialhilfe betroffen als alle anderen Altersgruppen.

Ab einem Alter von 56 Jahren sinkt die Sozialhilfequote, weil die Sozialhilfe von anderen Sozialversicherungen abgelöst wird. Die Zahl der älteren Sozialhilfebeziehenden nimmt laut BFS aber schneller zu als die anderer Altersklassen.

Sozialhilferisiko bei Ausländern drei Mal höher

2,2 Prozent aller Schweizer beziehen gemäss der BFS-Statistik Sozialhilfe. Dabei sind die Männer mit 2,3 Prozent stärker betroffen als die Frauen mit 2,1 Prozent. Umgekehrt verhält es sich bei der ausländischen Bevölkerung: Dort liegt die Sozialhilfequote der Frauen mit 6,6 Prozent höher als bei den Männern mit 6,0 Prozent. Insgesamt beträgt die Sozialhilfequote der Ausländerinnen und Ausländer 6,3 Prozent.

Grafische Übersicht

Statistische Karte der Schweiz.

Details und eine Aufschlüsslung nach Gemeinden finden Sie im Statistischen Atlas des Bundesamts für Statistik.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Noch eine Frage: Was machen denn alle die Kosovaren, Serben, Slowenen noch in der Schweiz? Im Ex - Yugoslavien ist doch laengs alles im Reinen.. die koennen doch jetzt wieder zurueck wie es das Gesetz vorsieht.... und das trifft auf andere Fluechtlinge auch zu. WER zT verschlaeft denn immer die Ausfuehrung unserer Gesetze, wer WER hintertreibt unsere Demokratie, unsere Freiheit unsere Identitaet? Da ist doch System dahinter!!! Klar warum Arbeitslos.... ganz KLAR!
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wir bieten alle Jungen eine gute Basisausbildung an den Schulen.. und die Moeglichkeit einer Lehre etc... wenn dann natuerlich moegliche Stellen durch auslaendische Lohndumping-Arbeiter blockiert werden ist die Sache gelaufen! Dann ist auch der Wunsch, bessere Jobs zu haben eine "Anstellungsbremse" .. Da sollten die Behoerden halt mal:" entweder machst Du den Job.. und hast Lohn, oder wir bezahlen keinen Cent" Taktik anwenden...
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  • Kommentar von Markus Braun, 1752 Villars-sur-Glâne
    Wie Sie den Zahlen auf der Internetseite des Bundesamtes für Statistik BFS entnehmen können, stieg die Sozialhilfequote sowohl bei den SchweizerInnen als auch bei den AusländerInnen. Einer der Gründe liegt in der Zunahme der Scheidungskinder, welche von nur einem Elternteil betreut werden und das Teilzeiteinkommen durch die Sozialhilfe ergänzt werden muss. Aber 10% der Sozialhilfebezüger arbeiten zu 100% (siehe BFS) und der tiefe Lohn genügt nicht. Das ist die Armut in der reichen Schweiz.
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    1. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Dass 10% der Sozialhilfebezüger zu 100% arbeiten zeigt meines Erachtens wie marod das System ist. Ebenso, dass (Scheidungs-)Kinder zu Sozialhilfebezüger werden können.
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