30 Milliarden Pensionskassenvermögen vernichtet

Vermögen von insgesamt 30 Milliarden Schweizer Franken haben Pensionskassen nach dem Nationalbank-Entscheid verloren, sagt ein Beratungsunternehmen. Und zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft.

BVK-Logo in Zürich

Bildlegende: Erneut unter Druck: Pensionskasse der Angestellten des Kantons Zürich. Keystone

Die Aufhebung der Euro-Mindestgrenze durch die Nationalbank gestern Donnerstag hat Folgen für die Altersvorsorge: Rund vier Prozent ihres Vermögens haben die Schweizer Pensionskassen im Schnitt auf einen Schlag verloren, schätzt das Beratungsunternehmen Tower Watson. Dies entspricht rund 30 Milliarden Franken.

Auch der durchschnittliche Deckungsgrad der Pensionskassen dürfte am Donnerstag um rund 4 Prozent zurückgegangen sein, wie das Unternehmen weiter mitteilt. Tower Watson eruiert im Auftrag des Pensionskassenverbands Asip die Entwicklung dieser Vermögen.

Grössere Verpflichtungen, kleinere Vermögen

Dass es sich bei den drastischen Kursstürzen nur um eine vorübergehende überschiessende Reaktion der Märkte handelte, glaubt Tower Watson nicht. Vieles spreche dafür, dass die negative Marktentwicklung sich nachhaltig so weiterentwickeln werde, heisst es in einem Communiqué.

Auch die Auswirkungen der von der SNB weiter erhöhten Negativzinsen und die daher rückgängigen Renditen auf Unternehmensanleihen seien für die Pensionskassen bedeutend. Während sich die Verpflichtungen der Kassen um 3 bis 4 Prozent erhöhen, reduzieren sich gleichzeitig die verfügbaren Vermögen.

«Sollten diese Marktbedingungen weiter bestehen, werden die nächsten Geschäftsabschlüsse der Unternehmen sich noch weiter signifikant verschlechtern», prognostiziert Towers Watson.

Für seine Schätzung zu den Pensionskassenvermögen stützt sich das Unternehmen auf das Medianportfolio des ASIP-Performancevergleichs. Dieser wurde auf das gesamte vorhandene Pensionskassenvermögen von rund 750 Milliarden Franken hochgerechnet.