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Schweiz 300'000 Menschen reichen AHV- und IV-Renten nicht zum Leben

Immer mehr AHV- und IV-Bezüger sind auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Die Kosten dieser Leistungen steigen auf knapp fünf Millliarden Franken. Fast jeder zweite Altersheimbewohner kommt mit seiner AHV oder IV nicht durch.

Legende: Video Ergänzungsleistungen in der Kritik abspielen. Laufzeit 2:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.06.2015.
  • 309'400 Bewohner benötigen Ergänzungsleistungen.
  • Ausgaben für Ergänzungsleistungen belaufen sich auf 4,7 Milliarden Franken.
  • Der Anstieg auf Ergänzungsleistungen bei AHV-Bezügern ist um 3,8 Prozent gewachsen.

Die Zeiten, in denen nur die AHV- und IV-Rente zum Leben reichte, sind vorbei. Ende 2014 bezogen insgesamt 309'400 Personen Ergänzungsleistungen. Das sind 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ausgaben unterdurchschnittlich gewachsen

Die Ausgaben für Ergänzungsleistungen stiegen 2014 um 3,3 Prozent auf 4,7 Milliarden Franken. Das Wachstum liegt damit leicht unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) schreibt.

Ergänzungsleistungen (EL) werden an Personen mit einer AHV- oder IV-Rente ausgerichtet, deren Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht decken kann. Es handelt sich um bedarfsabhängige Versicherungsleistungen.

Gemäss Statistik waren letztes Jahr 12 Prozent der AHV-Rentner und 44 Prozent der IV-Rentner auf eine Ergänzungsleistung (EL) angewiesen. Eine EL zur Altersversicherung erhielten Ende Jahr 192'900 Personen, 3,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine EL zur Invalidenversicherung bezogen 112'900 Personen, 1,3 Prozent mehr.

Hohe Ergänzungsleistungen für Heimbewohner

Seit sechs Jahren wachsen die Bestände bei den EL zur IV weniger stark als jene bei den EL zur AHV. Die Anzahl EL-Bezüger mit IV-Rente steigt jedoch immer noch, trotz weniger IV-Rentnerinnen und -Rentnern.

Eine wichtige Rolle spielen Ergänzungsleistungen für Heimbewohnerinnen und -bewohner. Im letzten Jahr wohnten 23 Prozent aller Personen mit EL im Heim. Sie erhielten im Durchschnitt einen monatlichen Betrag von 3'200 Franken, gut dreimal mehr als Personen zu Hause. Etwa die Hälfte aller Personen im Heim ist auf EL angewiesen. Seit 1997 liegen jedoch die Zuwachsraten der EL-Bezüger im Heim tiefer als jene der Personen mit EL zu Hause.

Grosse kantonale Unterschiede

Je nach Kanton werden Ergänzungsleistungen unterschiedlich beansprucht. Im Kanton Appenzell Innerrhoden bezogen nur 7 Prozent der AHV-Rentner eine EL, im Kanton Tessin waren es 19 Prozent. Neben dem Tessin weisen alle Westschweizer Kantone sowie Basel-Stadt hohe EL-Bezugsquoten auf.

Zu den Kantonen mit einer niedrigen Quote gehören neben Appenzell Innerrhoden auch Nidwalden, Zug und Wallis. In diesen Kantonen beanspruchen weniger als 8 Prozent der Personen im Rentenalter eine EL.

Bei den IV-Rentnerinnen und -Rentnern ist die EL-Quote bei den 20 bis 35-jährigen Personen am höchsten. Weil jüngere Invalide nicht oder nur kurz erwerbstätig waren, verfügen sie über kleine Renten. Zudem wohnen sie häufiger im Heim und haben deshalb höhere Kosten zu tragen. Umgekehrt ist es bei den AHV-Rentnerinnen und -Rentnern. Je älter sie sind, umso eher beziehen sie EL.

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59 Kommentare

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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Die Schweizer wollen die AHV nicht stützen und lieber im Alter verarmen damit die oberen 2% weiter reicher werden können. Liebes Volk, nicht jammern, ihr habt euch dafür mit 70% Mehrheit entschieden. Also nicht jammern, sozial absteigen und schweigen, danke - oder sind ihr unmündig und könnt nicht über den Nasenspitzen denken? Die SVP Oligarchen haben ihre Schäfcehen wieder verschaukelt.
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    1. Antwort von W. Helfer, Zürich
      Die SchweizerInnen sind nicht gegen eine Stützung der AHV. Wir 70% haben lediglich die Mogelpackung durchschaut. Klar sind die Verlierer verärgert. Die AHV und Fantasiezahlen waren ja NUR ein Vorwand. In Wirklichkeit wollten die Initianten wohl einfach NUR IHRE 2 Mio. der Steuer entziehen. Hat nicht funktioniert und ist auch gut so.
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  • Kommentar von meine sache, graubünden
    @Rolf Wüst, Sa. um 15:41 ...dafür kann ich nichts das Sie mit 2100.- auskommen müssen, genau so wenig ich für meine mickrigen 2400.-. Mir gings drum das einige vom Thema abweichen und z.b sich über Asylanten, Ausländer usw. ihr Schandmaul zerreissen keiner hat sich so ein sch.... Leben freiwillig Ausgesucht. Was die viel zu hohen Preise betrifft die wir hier in den Läden bezahlen müssen da motzt auch keiner es wird Geschluckt und über die hergezogen die, die Möglickeit haben und in D einkaufen.
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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Jungs derSNB liegen wohl richtig,Vergabe vonHypotheken einzuschränken! Letztendlich sind DIEJENIGEN die „Lackierten“,welche sich ihrEigenheim vomMunde absparten+dann noch so lange amLeben erhalten werden,bis sich ihreAktiven inLuft aufgelöst haben,um mit monatlichen Pflegheimkosten von Fr. 10'000.-- diejenigen querzusubventionieren, die alles verpulverten! Allerdings meinte schon Sokrates (470-399vChr.):Je weniger einer braucht, desto mehr nähert er sich den Göttern,DIE GAR NICHTS BRAUCHEN.
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