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Schweiz 3000 Fälle von Menschenhandel in der Schweiz

Nicht nur Zwangsprostituierte sind in der Schweiz von Menschenhandel betroffen. Auch Haushaltshilfen oder Pfleger sind Opfer. Die Bundespolizei beziffert die Zahl von Menschenhandel-Opfern mit 3000 – pro Jahr.

Sie werden geschlagen, sie erhalten Drohungen oder sie müssen Reise, Kost und Logis für horrende Preise abarbeiten.

Die Rede ist nicht von sexueller Ausbeutung, sondern von der Ausbeutung der Arbeitskraft. Viele Branchen sind betroffen: Die Opfer von Menschenhandel arbeiten nicht nur im Sex-Gewerbe, sondern auch in der Landwirtschaft, in privaten Haushalten, in der Hotellerie, Gastronomie oder im Baugewerbe.

«Moderne Form der Sklaverei»

Boris Mesaric von der Koordinationsstelle gegen Menschenhandel des Bundes erklärt: «Bei der Ausbeutung der Arbeitskraft ist es charakteristisch, dass der Arbeitnehmer in einem Zwangsverhältnis steht und die Arbeit nicht verlassen kann.»

Um von Menschenhandel zu sprechen, reicht es laut Mesaric schon, wenn die schlechten ökonomischen Bedingungen im Ursprungsland ausgenutzt werden. «Wenn die Arbeitnehmer quasi gezwungen werden, unter schlechten Bedingungen im Zielland eine Arbeit zu verrichten.» Menschenhandel sei die moderne Form der Sklaverei.

Die Bundespolizei geht in der Schweiz pro Jahr von 3000 möglichen Opfern von Menschenhandel aus. Nur 78 Fälle sind angezeigt worden. Die hohe Dunkelziffer hat mehrere Gründe: Entweder weil die Opfer eine Aussage fürchten, sich gar nicht als Opfer sehen oder die Zwangslage hinnehmen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Recht so!Ein bewährtes,seit Jahrhunderten weltweit ausgeklügeltes,praktiziertes Erfolgsmodell.Zumindest für Gewisse!Armut erzeugt Armut.Fehlende Bildung und Armut reichen sich die Hände.Armut,mit ein Grund zur Überbevölkerung.Sklavenarbeit ist dringend nötig damit sich Dekadenz zur Blüte entwickeln kann.Rezept gegen Armut,sich schön fleissig weiter vermehren und die Kinder als Ware verkaufen.Unbedingt in die religiösen Dogmen vertrauen,die besagen,dass das Leben ein ungeheuer wichtiges Gut ist.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Früchte ernten oder jetzt Trauben lesen, gibt vielen Menschen aus "armen" Staaten, ohne Arbeit und Jobaussichten, wenigstens für einige Wochen oder Monate Verdienst. (Wer sich gegenwärtig in den Walliser Rebhängen umsieht, entdeckt sehr viele Autos mit Polnischen oder Portugiesischen Nummern-Schilder!). Daraus darf man schliessen, dass es diesen Leuten auf ihren Gelegenheits-Jobs in Westeuropa sicherlich nicht so schlecht ergeht, wie es uns die Medien, sogar als "Menschenhandel" (!), anpreisen!
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    1. Antwort von Aurel Specker, Zürich
      Ich glaube da haben sie etwas falsch verstanden. Das hat nichts mit den "BIlligjobs" in der Landwirtschaft zu tun. Da ist ja das Arbeitsverhältnis nicht unter Zwang, wie oben immer wieder beschrieben. Zwar ist der Lohn niedrig, aber es ist zum Nutzen jedes Teilnehmers.
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