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Schweiz 38 Kilogramm Kokain in Ruag-Lagerhalle gefunden

Mitarbeiter der Ruag, des Rüstungsbetriebs des Bundes, haben am Standort in Thun letztes Jahr 38 Kilogramm Kokain entdeckt. Die Drogen waren in einem Container mit Panzermotoren aus Chile versteckt.

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Legende: Das Kokain befand sich in einem Container in einer Ruag-Lagerhalle. Keystone/symbolbild

Im September 2015 wurde bei der Ruag in Thun in einem Container mit Panzermotoren aus Chile 38 Kilo Kokain gefunden. Das geht aus dem Tätigkeitsbericht 2015 der Berner Justiz hervor. Der Fall hatte bereits im Winter 2015 ein Medienecho ausgelöst – allerdings in Chile.

Am Freitag berichtete die Zeitung «Der Bund» darüber. Der Strassenverkaufspreis des Rauschgifts dürfte demnach mehr als 15 Millionen Franken betragen haben, der Reinheitsgehalt betrug rund 80 Prozent. Die Drogen wurden inzwischen vernichtet.

Die betroffene Ladung mit Panzermotoren der chilenischen Armee war im chilenischen Hafen Valparaiso verschifft worden und anschliessend via Peru, Panama-Kanal, Rotterdam und Basel nach Thun befördert worden. Dort sollten das Rüstungsmaterial bei der Ruag gewartet werden.

«Kein öffentliches Interesse»

Die Berner Staatsanwaltschaft erläuterte den Umstand, dass bisher von offizieller Seite nicht über den Fund kommuniziert worden war. «Es bestand rechtlich gesehen keine Pflicht dazu, da kein öffentliches Interesse gegeben war», sagte der Sprecher Christof Scheurer.

Nach dem Fund seien Ermittlungen zur Täterschaft aufgenommen worden. Da die Täter nicht identifiziert werden konnten, sei das Verfahren im Juni 2016 auf Eis gelegt worden. «Wir haben das Verfahren sistiert.» Auch über den Empfänger sei nichts bekannt.

Falls neue, wesentliche Erkenntnisse auftauchten, etwa von chilenischer Seite, könne das Verfahren erneut aufgerollt werden. Die Staatsanwaltschaft werde erst aktiv kommunizieren, wenn das Verfahren abgeschlossen sei.

Wohl keine Ruag-Mitarbeiter

Er gehe jedoch davon aus, dass niemand der Ruag am Drogenschmuggel beteiligt war, sagte Scheuerer. «Das Kokain lag zwei Wochen lang offen und unbeaufsichtigt in dem Container.» Wäre ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der Ruag involviert gewesen, hätte es wohl kaum solange gedauert, bis die Drogen weiter verschoben worden wären.

Während sich die Schweizer Behörden in dieser Sache nicht allzu auskunftsfreudig gaben, wurde damals in Chile den internationalen Medien Auskunft von prominenter Seite erteilt: Der chilenische Verteidigungsminister José Antonio Gómez bestätigte im Dezember 2015 den Fund einer Kokainladung in der Schweiz, ohne jedoch Angaben zur Menge zu machen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Tzz Tzz.. Sind die Waffenexportgeschäfte nicht schon unethisch genug? Würde bei einem kleinen Importeur mal auch nur ein Gramm Hanf mitgeliefert, so würde dessen Geschäft wohl gleich dicht gemacht. Nicht aber bei der 'heiligen Kuh' RUAG... Ach, sind ja nur n paar Kilo Koks, weiter nix... kann ja niemand was dafür, wenn die irrtümlich geliefert wurden... ist ja auch nicht der Rede wert, es reicht, ein Jahr später ein versteckter Hinweis in den Medien. Hallo? 1.Aprilscherze bitte nicht im Oktober!
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  • Kommentar von Adrian Flükiger (Ädu)
    Wenn man diese 15 Kilo in Umlauf bringt, lässt sich der Cheflohn über eine gewisse Zeit ausserhalb des ordentlichen Budgets finanzieren - Perspektiven braucht das Land. Los, Leute. Ob ihr nun eine Totmach-Kanone oder 15 Kilo hochwertiges Kokain absetzt führt alles zum gleichen Ergebnis: Totmachen a la RUAG...
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  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Angeblich sind Militär und Drogen länger schon gute Freunde. Bereits im Vietnamkrieg sollen gewisse Gruppen von den USA per Helikopter mit Waffen beliefert worden sein und auf dem Rückflug brachten sie Drogen mit. Wie kann ein Drittweltland Kriegsmaterial bezahlen? Drogen, Diamanten, Gold oder Schürfrechte bieten sich an. 38Kg Kokain ist eine ganze Menge. Hier zu behaupten, dass das nicht von öffentlichem Interesse ist, finde ich strange. Peinlich ist es! Die RUAG gehört dem Bund!
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