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Bedrohte Arten 80 Millionen jährlich für die Erhaltung der Vielfalt

Legende: Video Aktionsplan zur Förderung der Biodiversität abspielen. Laufzeit 1:07 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 07.09.2017.
  • Der Bundesrat setzt die Strategie Biodiversität um.
  • Umweltministerin Doris Leuthard hat die dafür beschlossenen Massnahmen und Projekte präsentiert.
  • Die Kosten für den Bund belaufen sich auf 80 Millionen Franken pro Jahr. Die Kantone steuern weitere Mittel bei.

Der Aktionsplan Biodiversität, den der Bundesrat jetzt verabschiedet hat, wird von Bund, Kantonen, Gemeinden sowie Verbänden, Forschung, Wirtschaft, Umweltorganisationen und Privaten umgesetzt.

Er enthält Sofortmassnahmen, die teilweise bereits in Gang gesetzt wurden. Dazu gehören Unterhalt und Sanierung bestehender Schutzgebiete oder die Schaffung neuer und grösserer Waldreservate. Auch die Förderung national prioritärer Pflanzen- und Tierarten, insgesamt rund 3600, wird angestrebt.

Ein Aktionsplan – 19 Pilotprojekte

Die Anstrengungen in verschiedenen Sektoren und Politikbereichen sollen gebündelt werden. Dazu gehört etwa ein Konzept für eine landesweite ökologische Infrastruktur und die Entwicklung einer Bodenstrategie. Auch soll die landwirtschaftliche Produktion an die natürlichen Standortbedingungen angepasst oder die Wirkung von Bundessubventionen geprüft werden.

Eisvogel
Legende: Der Eisvogel gehört zu den gefährdeten Tierarten, die gefördert werden. Keystone

Schliesslich umfasst der Aktionsplan 19 Pilotprojekte. Eines davon hat die Inventarisierung der Waldwildnis-Flächen zum Ziel, ein anderes die Schaffung einer Flächenbörse für Ersatzmassnahmen. In einem weiteren Pilotprojekt sollen in einem Modellkanton Rückzonungen mit grösstmöglichem Nutzen für die Biodiversität erprobt werden.

Bedrohte Lebensräume

In der Schweiz sind fast die Hälfte der untersuchten Lebensräume und mehr als ein Drittel der Tier- und Pflanzenarten bedroht. Zu diesem Schluss ist eine im Juni publizierte Studie des Bundesamts für Umwelt (Bafu) gekommen. Gründe dafür sind Zersiedelung, Infrastrukturen und die intensive Landwirtschaft.

Bereits 2012 hat der Bundesrat die Strategie Biodiversität Schweiz verabschiedet. Ziele sind unter anderem die Schaffung einer ökologischen Infrastruktur, Förderung der genetischen Vielfalt, die Überprüfung finanzieller Anreize und Überwachung. Für die Umsetzung der Strategie hat der Bundesrat mit den Kantonen Vorkonsultationen durchgeführt.

Kritik von Umweltorganisationen

Den Umweltorganisationen geht der Aktionsplan des Bundesrats nicht weit genug. Sie hatten Anfang Woche ein Gegenkonzept vorgestellt, Link öffnet in einem neuen Fenster. Werner Müller vom Vogelschutz BirdLife, der für alle grossen Umweltverbände spricht, stört sich einerseits am Geld: «Die 80 Millionen sind ein guter Anfang», sagt er. Allerdings lägen die Kosten, allein um den Wert der wichtigsten Lebensräume zu erhalten, «deutlich höher».
Vor allem aber sei der Aktionsplan als Ganzer zu unverbindlich und zu zahnlos. So fehlten klare Zuständigkeiten, eine klare Definition zur Umsetzung der Massnahmen sowie ein Zeitplan: «Das alles fehlt in diesem Aktionsplan.»

6 Kommentare

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  • Kommentar von Roman Loser (Jessica)
    Verdichtetes Bauen wird allseits gepredigt,aber dass in den betreffenden Hauswiesen noch Hochstammbäume stehen die vielen Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung bieten wird wohlweislich nicht beachtet. Auch Scheunen und Geräteschuppen die als Nistplätze dienen müssen den seelenlosen Wohnsilos weichen! Verlocht hunderte Millionen,aber der Moloch Beton begräbt stet weiter das wertvolle natürliche Zusammenleben von Mensch, Fauna und Flora!Psychiater und Schulpsychologen sagen dafür Dankschön!
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  • Kommentar von Rolf Trösch (Rolf T)
    @SRF mein vorheriger Post sollte natürlich Frau Hermann zugeordnet sein. Sorry
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  • Kommentar von Rolf Trösch (Rolf T)
    Das Problem liegt zwar nebst Überbevölkerung auch an unserem verschwenderischen Lebenswandel, trotzdem bin ich voll mit Ihnen einig. Danke
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