95'000 Schweizer mit Waffenverbot belegt

Gewalttätige Gesinnung oder psychische Labilität: Seit 2001 wurden rund 95'000 gefährdeten Personen in der Schweiz Waffen entzogen oder eine Bewilligung zum Erwerb von Waffen verweigert.

Waffen

Bildlegende: Waffen sind in schweizerischen Haushalten keine Seltenheit. Keystone/archiv

Die Zahl der Risikopersonen, die versuchen, legal an Waffen zu gelangen oder gar solche zu besitzen, ist gross: Armee und kantonale Polizeikorps haben seit 2001 rund 95'000 gefährdeten Personen Waffen entzogen oder eine Bewilligung zum Erwerb von Waffen verweigert, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

Die Informationen stammen aus der Datenbank Armada des Bundesamts für Polizei. Die Plattform umfasst eine Datenbank für Armeewaffen, die 71'250 Personen enthält, wie auch eine für zivile Waffen, in der 23'731 Personen registriert sind.

Eintrag im Strafregister

Dienstwaffen werden beispielsweise entzogen, wenn Armeeangehörige sich oder Dritte gefährden oder eine gewalttätige Gesinnung haben. Auch medizinische Gründe wie etwa eine psychische Erkrankung können zum Entzug führen.

Bei Privatpersonen werden Waffenbewilligungen entzogen oder verweigert, wenn sie wegen gewalttätigen oder gemeingefährlichen Straftaten im Strafregister erscheinen.

Seit Mitte 2011 haben kantonale Waffenbüros Zugriff auf die Datenbank. Darin stand auch der Name des Todesschützen von Daillon. Noch ist unklar, wie dieser an die Waffen kam, mit denen er am Mittwochabend drei Personen erschoss und zwei verletzte.

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Genauere Waffenkontrolle

4:12 min, aus Tagesschau vom 5.1.2013