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Abgeschnittenes Zermatt Wintertouristiker sind (noch) gelassen

Dass Zermatt für kurze Zeit abgeriegelt ist, ist für Experten kaum gravierend. Doch wiederholen dürfte sich dies nicht.

Die Sperrung der Zufahrt in den Wintersportort Zermatt hat nach Ansicht von Touristikern kaum langfristige Auswirkungen. «Eine Situation wie aktuell in Zermatt ist in den Schweizer Bergen Winteralltag und somit nichts Aussergewöhnliches», sagt André Aschwanden von Schweiz Tourismus. Beachtenswert sei beispielsweise auch die gute Stimmung auf Social Media, wo begeisterte User Bilder aus der Zermatter Winterromantik posten, erklärt Aschwanden.

Auch in Zermatt ist man gelassen. Der Ort sei eine Wintersportdestination, bei der die Bedingungen bekannt seien, erklärt Janine Imesch von Zermatt Tourismus. Die Betriebe im Ort planten zum Voraus und befürchteten keine Image-Verluste. In Zermatt hat man auch keine Angst vor negativen Auswirkungen aufs Image: «Weil jeder Gast sieht, dass Zermatt eine Destination ist, der sich die Sicherheit auf die Fahne schreibt», so Imesch.

Keine Auswirkungen wenn es einmalig ist

Selbstverständlich ärgere das kurzfristig jeden Touristen, wenn in den Ferien etwas nicht so klappt, wie abgemacht, meint Therese Lehmann von der Forschungsstelle Tourismus der Universität Bern. Doch gleichzeitig sei man tolerant und akzeptiere die Auswirkungen von höherer Gewalt. «Und wenn man als Gastgeber noch das Flair hat, Gratis-Raclette an die Touristen abzugeben, dann wird Zermatt nicht in ein Negativ-Image rutschen», sagt Lehmann weiter.

Auch aus wissenschaftlicher Sicht gibt es laut Lehmann keine langfristigen Auswirkungen einer solchen Sperrung. «Wenn es ein einmaliges Ereignis bleibt», gibt sie aber zu bedenken. Wiederhole sich eine solche Situation, dann könne dies Auswirkungen auf das Image eines Tourismusortes haben. «Der Gast bekommt dann das Gefühl, dass eine solche Destination gefährlich ist», so Lehmann.

Die Erreichbarkeit ist für die Touristenorte wichtig, wie Lehmann weiss: «Nebst gutem Pistenzustand haben die Mobilität vor Ort und die Zufahrt Priorität.» Dies müsse aber nicht mit dem Individualverkehr geschehen. Für den Gast sei auch ein gut ausgebautes ÖV-Netz ausreichend.

Optimale Erschliessung im Zentrum

Dies sieht man auch in Zermatt so. Es gehe darum, welches Angebot man dem Gast machen könne, erklärt Imesch. In Zermatt könne man bequem mit dem Gepäckwagen in Täsch in den Zug einsteigen und in Zermatt wieder aussteigen. Dies werde geschätzt.

Auch aus Sicht von Schweiz Tourismus ist eine optimale Erschliessung und Erreichbarkeit aus den Zentren für die Schweizer Wintersportdestinationen wichtig, egal ob mit dem öffentlichen Verkehr oder Privatverkehr, erklärt André Aschwanden von Schweiz Tourismus.

Autofrei muss nicht gleich Nostalgie sein.
Autor: Janine ImeschZermatt Tourismus

Die Frage bleibt aber, ob der heutige Wintertourist eine autofreie Destination überhaupt schätzt. «Autofrei muss nicht gleich Nostalgie sein», behauptet Imesch. In Zermatt biete man dank der Autofreiheit reine Luft und ruhige Lage. Dies sei etwas Spezielles. «Das ist unsere Firewall, wo der Gast vom Alltag abschalten kann.»

Therese Lehmann betont auch einen anderen Aspekt: Statistisch gesehen würden junge Leute immer später den Führerschein machen. Somit sei die Autofreiheit für solche Personen nichts Aussergewöhnliches. Die Erreichbarkeit vor Ort sei für dieses Gästesegment wichtiger.

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