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Schweiz Abhörskandal: Schweizer Nutzer reagieren

Der Abhörskandal des US-Geheimdienstes NSA verunsichert viele Schweizer Internetnutzer. Gut jeder Vierte gab in einer Umfrage an, sein Verhalten bei der Nutzung von Facebook, Skype und anderen Onlinediensten ändern zu wollen. Ganz darauf verzichten will aber fast niemand.

Allerdings können sich nur drei Prozent der Befragten vorstellen, US-Onlinedienste wie Facebook und Skype künftig zu meiden. 25 Prozent der Onlinenutzer wollen sich aber genauer überlegen, welche Daten sie im Internet austauschen und veröffentlichen wollen. «Man greift hier zum Mittel der Selbstzensur. Mit Freiheit hat das nicht mehr viel zu tun», sagt Ralf Beyeler, Telekom-Experte von comparis.ch.

Kritisiert wird, dass der US-Geheimdienst die Daten ausländischer und somit auch Schweizer Internetnutzer sammelt: Rund zwei von drei Befragten finden dies nicht gut.

Eine kleine Minderheit (4 Prozent) befürwortet die Überwachung; 31 Prozent gaben an, es sei ihnen egal. Wie die Umfrage weiter zeigt, gehen ältere Personen kritischer mit dem Abhörprogramm ins Gericht als jüngere.

«Unbedenkliche Banalitäten»

Trotz der deutlichen Ablehnung der weltweiten Datenspionage fühlen sich zwei Drittel der Schweizer nicht persönlich betroffen. Sie wollen ihr Onlineverhalten nicht ändern.

«Die meisten glauben, dass sie im Internet lediglich unbedenkliche Banalitäten preisgeben, die sowieso keinen Geheimdienst interessieren», wird Ralf Beyeler, Telekom-Experte von comparis.ch, in der Mitteilung zitiert. Darum würden sie es tolerieren, online ausgespäht zu werden.

Der US-Amerikaner Edward Snowden hatte im Juni enthüllt, dass der US-Geheimdienst NSA in grossem Stil Daten bei Internet-Diensten wie Google, Facebook, Microsoft, Apple und Yahoo sammelt. Auch der britische Geheimdienst späht seinen Angaben zufolge Telefon- und Internetkommunikationen von Millionen Nutzern aus.

Umfrage zum Abhörskandal

Die repräsentative Telefonumfrage wurde vom Link-Institut Ende Juni im Auftrag des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch durchgeführt. Befragt wurden 1211 Schweizer im Alter zwischen 15 und 74 Jahren.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Vorsicht Leute, "big Ami's are watsching you" !
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  • Kommentar von T.Hofer, Rosshäusern
    Das ganze hat für mich den Schein einer Tendenz, sich darüber zu empören, dass der NSA sich tatsächlich für den Nonsens interessiert, den man erfolglos einer möglichst breiten Öffentlichkeit aufzudrängen versucht. Es beginnt nur schon damit, dass es stets die "intensiven Nutzer" von Facebook/Twitter/etc. sind, die sich über solch üble "Spionage" empören. Das erinnert ein wenig an die Klage der Hippies über die intolerante Gesellschafft - mit ausgetreckten Finger auf jeden "Spiesser" zeigend!
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    1. Antwort von A. Corsini, Nordpangaea
      Vielleicht wäre mal ein ausführlicher Artikel über "Was man alles mit diesem Nonsens anstellen kann" interessanter für sie?
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  • Kommentar von Markus Meier, Oberägeri
    Was man tun kann: -alles (wirklich alles!) verschlüsseln! https everywhere suchen (Browser-addon), gpg für Email und wenn man "ganz weit" gehen will, benutzt man TOR. -Anonymität/Pseudonymität wennmöglich nutzen (z.B. hier auf SRF nicht seinen richtigen Namen angeben) -Datenspuren minimieren (z.B. Facebook-Account nicht mit seinem Twitteraccount verbinden)
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    1. Antwort von C.E.C.Yeager, Schweiz
      Das nützt absolut überhaupt nichts. Selbst wen man sich -wie unten aufgeführt- von allem Digitalen trennen würde. Wäre man noch immer in den digitalen Datenbanken von Bund/Gemeinde/KK ect registriert. Um nicht von der NSA erfasst werden zu können müsste man tot, nein "nicht geboren worden" sein. Nebenbei bemerkt: Es wird seitens NSA und Co bereits daran gearbeitet AES-256 zu knacken (ist ev sogar bereits gelungen), schwächere verschlüsselungen können bereits geknackt & gelesen werden.
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