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Transitplatz Wileroltigen: Ein Signal für die ganze Schweiz?
Aus HeuteMorgen vom 10.02.2020.
abspielen. Laufzeit 01:48 Minuten.
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Transitplatz Wileroltigen «Sicher ein gutes Beispiel für andere Kantone»

An der Autobahn zwischen Bern und Murten – auf dem Gemeindegebiet von Wileroltigen – kann ein Halteplatz für ausländische Fahrende eingerichtet werden. In der kantonalen Abstimmung wurde ein Kredit von 3.3 Millionen Franken angenommen. Simon Röthlisberger von der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende zeigt sich erleichtert. Er sieht in dem Entscheid eine Signalwirkung.

Simon Röthlisberger

Simon Röthlisberger

Geschäftsführer der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende

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Simon Röthlisberger ist Geschäftsführer der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende. Die Stiftung wurde 1995 vom Bund gegründet und hat den Auftrag, die Lebensbedingungen der Fahrenden in der Schweiz zu sichern und zu verbessern.

SRF News: Wie zufrieden sind Sie mit dem Abstimmungsergebnis?

Simon Röthlisberger: Es gibt in der Schweiz zu wenig Plätze für Fahrende – für Schweizer Fahrende, aber eben auch für ausländische Fahrende. Der Kanton Bern leistet jetzt seinen Beitrag mit dem Halteplatz Wileroltigen.

Es gibt in der Schweiz zu wenig Plätze für Fahrende.

Ich bin aber auch erleichtert, weil die Umfragewerte im Vorfeld der Abstimmungen negativ waren und angedeutet haben, dass es ein Nein zur Vorlage geben könnte.

Gemessen am Bedürfnis der Fahrenden gibt es in der Schweiz zu wenig Halteplätze. Hat der Platz im Kanton Bern, der nun eingerichtet werden kann, eine Signalwirkung für die ganze Schweiz?

Es ist wichtig, dass es weitere Plätze für ausländische Fahrende gibt. Insbesondere in der Deutschschweiz haben wir zu wenig Plätze für ausländische Fahrende. Wir gehen davon aus, dass der Halteplatz Wileroltigen sicherlich ein gutes Beispiel für andere Kantone und für Gemeinden wird.

Andererseits entspricht das kantonale Gesamtergebnis überhaupt nicht dem Willen der Gemeinde Wileroltigen. Dort haben 91 Prozent Nein zu diesem Halteplatz gestimmt. Welche Auswirkungen hat dieses Ergebnis auf das künftige Zusammenleben?

Der Halteplatz ist nur über die Autobahn erreichbar, vom Dorf her gibt es keinen Zugang. Insofern ist davon auszugehen, dass das Dorf Wileroltigen gar nicht viel von diesem Platz mitbekommen wird.

Ist es aber nicht nach wie vor ein grosses Problem, wenn die betroffene Bevölkerung von so einem Vorhaben nicht überzeugt werden kann?

Ich glaube, dass es insbesondere in der Planungsphase eine hohe Hürde ist, die zu nehmen ist. Erfahrungen zeigen aber – zum Beispiel aus dem Kanton Freiburg –, dass die Gemeinde, die ähnlich wie Wileroltigen gelegen ist, gar nichts mitbekommt.

Das Gespräch führte David Karasek.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Fahrende = "Schweizer Kultur". Ich weiss nicht wo Herr Schulenberg aufgewachsen ist. Ich habe als Kind im Limmattal praktisch nie Fahrende gesehen und nur selten haben Leute an der Türe geklingelt und nach Scheren oder Messern zum Schleifen gefragt. Dem Aussehen und der Sprache nach sind es stets Ausländer gewesen, vermutlich Fahrende. Zusammensitzen, gemeinsam Essen, Fehlanzeige. Das Wenige was ich gehört habe sind leider meistens negative Meldungen gewesen. Schweizer Kultur, wo?
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  • Kommentar von Roy Mc Moschi  (Roy's Meinung)
    Alles was ich vom Staat beziehe bezahle ich mit meinen Steuern!
    Die Fahrenden?
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Das Beispiel Wigoltingen zeigt, dass solche Stellplätze ziemlich teuer sind. Werden diese von den Fahrenden amortisiert? Alle Mieter und Eigenheimbesitzer müssen für ihre Wohnkosten aufkommen. Gilt das auch für Fahrende. Habe bisher eher negative Schlagzeilen gelesen: Stellplätze nicht oder nur teilweise bezahlt, abgehauen und Unrat zurückgelassen etc. Wer garantiert dafür, dass die Fahrenden für solche Plätze aufkommen, sie ordentlich unterhalten und ihre Abfälle korrekt entsorgen?
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