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Schneller Schweizer werden Bürgerrecht hilft, noch mehr Wurzeln zu schlagen

Wer in der Schweiz aufwächst, soll leichter an den roten Pass kommen. Das sei aber gar nicht nötig, sagt die SVP.

Legende: Video Erleichterte Einbürgerungen abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 20.12.2016.
  • Am 12. Februar 2017 findet die Volksabstimmung über die erleichterte Einbürgerung der dritten Generation bis zum 25. Altersjahr statt.
  • Der Gesuchsteller muss integriert sein und eine Landessprache sprechen.
  • Bei Annahme der Vorlage wäre das Verfahren kürzer. Einbürgerungstests oder Interviews vor der Einbürgerungskommission würden wegfallen.
  • Bei einem Ja würde keine automatische Einbürgerung und kein Rechtsanspruch im Gesetz verankert.

Bedingungen einer erleichterten Einbürgerung: Ein Bewerber muss aus der dritten Ausländergeneration stammen, integriert sein, eine Landessprache sprechen und er darf keine Sozialhilfe beziehen.

Unterschied zur ordentlichen Einbürgerung: Einbürgerungs-Tests oder Interviews vor der Einbürgerungskommisison würden wegfallen. Das Verfahren wäre kürzer, der Schweizer Pass würde auch weniger kosten.

Die Konsequenzen: Bei einem Ja hätten mehr als 25'000 junge Ausländer der dritten Generation Zugang zur erleichterten Einbürgerung, schätzt der Bundesrat. Später sind es pro Jahrgang rund 2300 junge Menschen.

Unterschied zur letzten Abstimmung über die erleichterte Einbürgerung: Es würde kein Automatismus und keinen Anspruch eingeführt. Die jungen Ausländer der dritten Generation müssten selbst entscheiden, ob sie Schweizer werden wollen.

Position von Justziministerin Simonetta Sommaraga: «Es geht um junge Menschen, die hier die Schulen besucht haben, unsere Sprache sprechen, hier im Sportclub sind. Die Schweiz ist ihre Heimat. Für sie möchte man die Möglichkeit schaffen, ein erleichtertes Einbürgerungsverfahren zu schaffen. Wir wollen ja, dass junge Menschen, die hier leben, noch mehr Wurzeln schlagen. Mit der Einbürgerung ist das Gefühl verbunden, ich bin wirklich hier zu Hause. Ich kann hier mitgestalten.»

Kritik der SVP an der Vorlage: Erleichterte Einbürgerung sei unnötig. SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann sagt: «Wenn diese jungen Leute so gut integriert seien, dann sollen sie sich wie bisher auf dem normalen Weg einbürgern lassen.» Die Behörden würden den Schweizer Pass jetzt bereits zu leichtfertig vergeben. Bei der erleichterten Einbürgerung seien nicht einmal mehr Kantone und Gemeinden zuständig, sondern der Bund. «Gemeindebehörden sind näher beim Geschehen. Dass wir prüfen, wen wir einbürgern, das halte ich für ein Gebot der Stunde», sagt SVP-Vertreterin Steinemann.

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86 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Mann (Freidenkerin)
    STOLZ, EIN SCHWEIZER ZU SEIN, kann in meinen Augen nur, wer etwas dafür getan hat. Ich wurde zufällig hier geboren und die Staatbürgerschaft mir in die Wiege gelegt. Wenn mir jemand eine Olympiamedaille schenkt, kann ich doch nicht stolz darauf sein. Nur wenn ich was dafür tun musste, wenn es schwierig war, kann ich stolz sein(wenn ich will). Ergo: die einzigen, die irgendwie stolz sein können, SchweizerIn zu sein, sind Leute, die das Prozedere auf sich genommen und sich haben einbürgern lassen.
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
      GRATULIERE! Sie sagen es absolut richtig! Alle, die sich hier wichtig machen und sich als feine Eidgenossen präsentieren, mussten nichts, rein gar nichts dafür leisten. Sie erhielten es einfach so, ohne jemals dafür einen Finger krumm zu machen. Und genau diese Leute erheben sich über andere & wollen anderen Menschen diesen Weg zum Schweizer Pass verweigern!
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    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      T. Mann Danke für Ihre Worte, denn ich bin genau Ihrer Meinung. Wir haben in der Schweiz viele fleissige Ausländer, die auch stolz sein dürfen, für das was sie geleistet haben und nun Schweizer sind. Die einfachere Einbürgerung hat für mich leider einen fahlen Nachgeschmack, wie Sie schreiben wenn man eine Olympiamedaille beschenkt bekommt, kann man doch nicht stolz darauf sein = Wertschätzung. Bin dankbar in diesem Land geboren zu sein, wo man noch über solche Themen diskutieren darf.
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    3. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      N. Bächler woher wissen Sie,dass alle die Kommentatoren rein gar nichts leisteten,dies sehe ich anders.Betreffend Verweigerung des roten Passes stimmt so nicht,es geht lediglich um die Erleichterung dieses Passes. Meine Kinder habe ich gelernt,wenn sie etwas wollten,selbst auch einen Beitrag dazu leisten (Test),um sich dies zu ermöglichen.Denn der Ehrgeiz dies zu wollen wird verstärkt,Wertschätzung= Stolz,dass man dies erreichen konnte.So wie ich lese, erheben Sie sich auch über andere Schweizer
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
    Die hier stattfindende Diskussion,wer Schweizer sein & werden darf führt in eine absurde Richtung.Wie bei der MEI werden hier Befindlichkeiten mit dem effektiven Thema bis zur Unkenntlichkeit vermischt.Bedenklich daran ist,dass sich 70% der WählerInnen einer SVP-Geiselhaft ausgesetzt sehen.Immerhin will ein Großteil unseres Volkes eine menschliche, friedliche & weltoffene Gesellschaft.Es ist vermessen,dass eine Partei für sich in Anspruch nimmt,dass ihre radikale Meinung der Massstab sein soll!
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ich kenne Leute die finden uns Schweizer + die Schweiz viel zu "bünzlig" usw. und möchten am liebsten alles ändern. Es kann also nur das Geld sein, warum sie dann überhaupt zu uns gekommen sind. Oder man kann sich im Schutz eines fremden Landes gegen sein eigenes Land auflehnen. Das ist aber feige, + ich finde diese Leute sollen nach Hause und dort die Ordnung einführen welche sie wollen. Eine dritte Kategorie: die Ausländer sitzen hier in Sicherheit und lassen ihre eigenen Länder verlottern.
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