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Gripen Gripen-Deal noch immer auf der Kippe

Die Beschaffung des schwedischen Kampfjets steht erneut auf der Traktandenliste der Politik. Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats beugt sich ein weiteres Mal über das heikle Dossier.

Ein Kampfjet Typ Gripen C hebt bei einem Testflug auf dem Flugplatz Emmen im April 2013 ab.
Legende: Ein Kampfjet des Typs Gripen C bei einem Testflug auf dem Flugplatz Emmen im April 2013. Keystone

Im November 2011 hat sich der Bundesrat nach längerem Kampfjet-Casting entschieden: Die Schweiz soll 22 Gripen-Kampfflugzeuge aus Schweden kaufen – für drei Milliarden Franken.

Es folgte eine hitzige Debatte zwischen Politikern aller Lager, in die sich auch Aviatik-Experten einmischten. Es wurde darüber diskutiert, ob der günstige Flieger überhaupt gut genug für die Schweiz sei – oder darüber, ob es sich um einen «Papierflieger» handle, der noch gar nicht fertig entwickelt sei.

Letztlich ging es auch immer wieder um die Frage, ob die Schweiz überhaupt neue Kampfjets brauche. Der Ständerat hat sich inzwischen zu einem Entscheid durchgerungen. Er sprach sich für die Beschaffung der Jets aus, lehnte jedoch die Finanzierung ab.

Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats SIK knüpfte ihre Zustimmung zum Kampfjet-Kauf im April an eine Reihe von Bedingungen. Eine lautete, dass die Anzahlung für die Jets maximal 15 Prozent des Kaufpreises betragen dürfe. Die SIK schickte Verteidigungsminister Ueli Maurer zu Nachverhandlungen nach Schweden. Die Schweden bestehen aber weiterhin auf eine Vorauszahlung von einer Milliarde Franken.

FDP ist Zünglein an der Waage

Ob der Gripen-Deal trotzdem durchkommt, hängt insbesondere von der FDP ab, die besonders laut Nachbesserungen gefordert hatte. Die Aargauer FDP-Nationalrätin Corina Eichenberger macht einen positiven Entscheid im Wesentlichen von den Antworten Maurers an der Sitzung auf die Fragen der FDP abhängig.

Zeitlich wird es langsam eng: Nach dem Parlament müsste auch das Volk dem Gripen zustimmen. Ein Referendum ist gewiss. Das Angebot der Schweden gilt jedoch nur noch ein Jahr lang.

10 Kommentare

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  • Kommentar von E.Waeden, H
    Immerhin können unsere Kampfjetpiloten auch "ältere" Machinen ohne modernste Technik fliegen, weil sie einfach die Besten sind. Aber Fakt ist, dass es für diese bald keine Ersatzteile mehr gibt. Deshalb muss ein neuer Kampfjet her. Hätt' U. Mauer bei der Beschaffung aus dem "Vollen" schöpfen wollen, wär' der Aufschrei der Armeegegner einfach noch grösser gewesen.
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  • Kommentar von A. Huwiler, Cham
    Der Gripen ist auch nicht mein Wunschflugzeug. Die Flugvorführungen in Emmen, Sion und der Axalp haben mich nicht überzeugt. Es fehlt an der Wendigkeit und Leistung eines F-18. Ich hoffe unser Flieger wird da noch nachgebessert. Es ergeben sich aber bestimmt Synergien mit dem baugleichen Triebwerken wie beim F-18 und die Schweden benötigen bald ein neues Trainingsflugzeug. Da könnte Pilatus wieder Punkten. Wenigsten wären dies ein sinnvolles Gegengeschäft.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Die Flugzeugbeschaffung ist nun mal kein Wunschkonzert, sondern eine sehr teure Sache. Dabei gilt, dass man mit diesen 22 neuen Stück und den alternden 33 F/A-18 nicht lange "Widerstand" leisten kann, dh. die sind rasch mal vom Himmel gefegt, wenn's hart auf hart kommt. - Und was dann ????? - Ach ja es frägt sich sogar, ob die im Ernstfall überhaupt in die Luft kommen können, oder nicht vorher schon zu Schrott geschossen wurden. Das wäre wohl das wahrscheinlichste Szenario. (smile)
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  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    Ich schlage vor, Pilatus Flugzeuge zu kaufen, sie sind billiger, nicht so laut, und auch wartungsfreundlicher als die 'gezähmten' Raketen. Aber auch das wäre den Kritikern mit Sicherheit nicht genehm, sie wollen nämlich keine Armee, also wollen sie auch keine Flugzeuge, alles andere 'Geschwafel' ist doch nur Augenwischerei. Mal ganz abgesehen davon, dass eine Aufrüstung mit Kampfhelikoptern sowieso die bessere Lösung wäre, die wären wenigstens auch in Innenstädten gegen böse 'Buben' einsetzbar!!
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Gegen welche bösen Buben soll's den gehen ? (Quizfrage) Gegen den Kindergarten im Schwarzen Block? Gegen die Ewig-Gestrigen? Oder gegen noch zu definierenden und zu erfindenden Gruppierungen auf Abwegen? Oder gegen Falschparkierer? Oder sog. besoffene Fussballfans? - smile -
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