Zum Inhalt springen

Mindestlohn-Initiative Heinz Karrer attackiert Mindestlohn-Initiative

Nach dem Nein zur 1:12-Initiative nimmt der Präsident von Economiesuisse, Heinz Karrer, die Mindestlohn-Initiative ins Visier. «Diese Initiative ist ein Bumerang», sagt Karrer in der «Rundschau».

Legende: Video «Heinz Karrer an der «Rundschau»-Theke» abspielen. Laufzeit 9:02 Minuten.
Aus Rundschau vom 27.11.2013.

Es ist das erste Interview von Heinz Karrer nach der Ablehnung der 1:12-Initiative. Der Economiesuisse-Präsident kritisiert in der «Rundschau» die Mindestlohn-Initiative der Gewerkschaften harsch: «Das wird dazu führen, dass wir nicht mehr konkurrenzfähig sein und mehr Leute aus dem Ausland haben werden, die zu einem Tiefstlohn arbeiten», sagt Karrer. Die Initiative sei ein Bumerang: «Man will eine Mindestlohngrenze über alle Regionen und Branchen hinweg. Das ist kein Erfolgskonzept», so der abtretende Axpo-CEO.

Initiativen als Wahlkampfinstrument?

Mit der Volksinitiative «Für den Schutz fairer Löhne» verlangt der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) einen national gesetzlichen Mindestlohn. Angesprochen darauf, was die Wirtschaft zu einer solidarischen Schweiz beitrage, sagt Karrer: «Wir haben weltweit die tiefste Arbeitslosenquote. Es findet eine Umverteilung statt, indem die höheren Einkommen extrem zu den Sozialwerken beitragen.» Die Reihe von mehreren ähnlich gelagerten linken Vorstössen bezeichnet Karrer als «Wahlkampf für 2015».

Trotz mehrmaligem Nachfragen wollte sich der Economiesuisse-Präsident nicht auf eine Obergrenze für Managergehälter festlegen: «Das Thema ist nicht die Obergrenze – das soll der Aktionär abschliessend entscheiden.» Die 1:12-Abstimmung habe gezeigt, dass die Bevölkerung keine solchen Bandbreiten wolle.

«Kontingente sind der falsche Weg»

Der Druck auf die Wirtschaft kommt nicht nur von links, sondern auch von rechts – mit der SVP-Masseneinwanderungsinitiative. Karrer erwartet eine heftige Debatte. Eine Kontingentierung sei der falsche Weg: «Das Verhältnis mit der Europäischen Union hat für die Schweiz eine ganz grosse Bedeutung. Wir sind in den letzten Jahren extrem gut durch die Krise gekommen.»

Die Gefahr des Dichtestresses lässt Karrer nicht gelten. In Deutschland gebe es bereits einen Rückgang der Bevölkerung. Diese Situation werde auch in der Schweiz eintreten, so Karrer: «Es ist falsch, zu sagen, es gehe genau so weiter.»

Gewerkschafter: «Klassenkampf wird von Economiesuisse geführt»

SP-Nationalrat und Gewerkschafter Corrado Pardini widerspricht Karrer. In der «Rundschau» weist er den Vorwurf des Klassenkampfs zurück. Dieser werde «von oben geführt, von Economiesuisse», so Pardini. Die Gewerkschaften würden für Leute einstehen, die für weniger als 4000 Franken monatlich ihren Job verrichten und «keine Lobby haben im Parlament».

Angestossen hatte die Debatte um den neuen Klassenkampf der Zürcher FDP-Nationalrat Ruedi Noser. In der «Rundschau» verstärkt er die Tonalität weiter und sagt: «Was die SP heute macht, ist Sozialismus pur. Das ist die linkeste Partei in Europa».

19 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von R.käser, Zürich
    Atom Karrer meint, 1:12 ist nicht so gut aber mehr Atommüll ist super! Der Mann ist mit seiner Meinung absolut überzählig und unangesagt. Seine Worte sind wie ein Knall aus einer Räpplikanone - Peng hui und das war es dann auch schon. Als Lobbyist und Pfründenerhalter ist er sicher super, ist das aber ein Beitrag an die Zukunft? Gähn...., manchmal habe ich den Eindruck er glaubt selber nicht an das was er für Geld sagt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von B.Vignudelli, Kaiseraugst
    Eine staatliche Regulierung nach unten würde schon Sinn machen, um die Schwächsten im System vor noch grösserer Ausbeutung zu schützen, und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Eine mögliche Lösung: Managerlöhne so belassen, und Minimaleinkommen auf 1/12 anheben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Wieso lässt man nicht einmal Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger an solchen Gesprächen teilnehmen? Ein Herr Karrer ist bestimmt mehrfacher Millionär. Wie will er wissen, wie es draussen bei Obdachlosen etc. ausschaut? Er droht doch nur dauernd. Er drohte bei der 1:12-Initiative, dass die intelligenten, hochbezahlten Manager auswandern. Und er droht jetzt beim Mindestlohn, dass damit die Wirtschaft kaputt geht. Ich kann nehmen, was ich will: Es scheint alles wirtschaftsschädigend zu sein.....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von B. Küng, Seeland
      Manager und intelligent, das ist schon ein Widerspruch an sich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Urs Rösli, Zürich
      Sie haben recht, Frau oder Herr Küng, intelligent war natürlich ironisch gemeint. Eigentlich müsste es so stehen: "intelligent" :-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen