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Atomausstiegs-Initiative Atomausstiegs-Initiative: Vom Horrorszenario zum Notausgang?

Lange war sie das Schreckgespenst für die Nuklearindustrie: die Atomausstiegs-Initiative der Grünen. Doch nun schwindet der Widerstand der Atomlobby. BKW-Chef Urs Gasche spricht gegenüber SRF gar von «durchaus positiven Aspekten» der Initiative.

Legende: Video Atomausstiegs-Initiative als Notausgang für die Branche? abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.05.2016.

Die Stimmung in der Atom-Branche hat sich verändert: Rekordtiefe Strompreise haben aus der Atomkraft ein Verlustgeschäft gemacht. Da sei ein politisch verordneter Ausstieg plötzlich nicht mehr so bedrohlich, sagt Patrick Dümmler, Ökonom und Energie-Experte bei der Denkfabrik Avenir Suisse.

«Die Stromkonzerne sind, wenn auch hinter vorgehaltener Hand, vielleicht sogar daran interessiert, dass die Initiative angenommen wird. Denn das würde den AKW-Betreibern allenfalls die Möglichkeit eröffnen, beim Bund Schadenersatz für die vorzeitige Abschaltung einzufordern.»

Alpiq: «Weder dafür noch dagegen»

Anders als bisher gälten bei einem Ja zur Initiative fixe Abschaltdaten für die Atommeiler: 45 Jahre nach Inbetriebnahme wäre jeweils Schluss. Die Kraftwerke Beznau und Mühleberg müssten 2017 vom Netz, Gösgen im Jahr 2024 und Leibstadt spätestens 2029.

Blick auf das AKW Gösgen
Legende: Blick auf das AKW Gösgen: Das Kraftwerk müsste 2024 vom Netz, sollte die Grünen-Initiative angenommen werden. Keystone

Die Initiative der Grünen , Link öffnet in einem neuen Fensterals finanzieller Notausgang für darbende AKW-Betreiber? Die betroffenen Stromkonzerne Alpiq und Axpo äussern sich unterschiedlich. Bei Alpiq heisst es auf Anfrage von SRF, man sei «weder für noch gegen die Initiative».

Die Beznau-Betreiberin Axpo hingegen will sich «klar gegen diese schädliche Initiative engagieren». Kommunikations-Chef Rainer Meier bestätigt aber, dass die Axpo bei einem Ja auf jeden Fall Entschädigungen beim Bund einfordern würde.

BKW: «Initiative brächte Klarheit»

Klarer äussert sich Urs Gasche, Verwaltungsratspräsident der BKW und damit Verantwortlicher für das AKW Mühleberg. Die BKW hat den Atomausstieg per 2019 ohnehin beschlossen. Gasche bekräftigt, dass die Atom-Ausstiegsinitiative aus Sicht seiner Branche «durchaus auch positive Aspekte» hätte. Denn sie würde in der aktuell schwierigen Preissituation rasch Klarheit schaffen über die Zukunft der Stromkonzerne.

Entscheiden werden die Stimmbürger an der Urne. Die Abstimmung findet voraussichtlich am 27. November 2016 statt.

(nufc/wepa;krua)

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Camenisch (Horatio)
    Nachdem man über 30000 Projekte von nachhaltiger Energie in Sachen Subvention in die unterste Schublade gestellt hat, nachdem die Wasserwerkbetreiber auch nach Subventionen lechzen sehen die AKW-Betreiber auch eine Entschädigungsmöglichkeit, ohne das Gesicht zu verlieren! Ob diese Initiative angenommen wird oder nicht. Wir als Steuerzahler (oder unsere Nachkommen) berappen Einiges daran: Rückbau, Entsorgung und Endlagerung. Es fehlen riesige Summen an Rückstellungen. Supergau nicht eingerechnet.
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    1. Antwort von N. Schmid (Schmid)
      Stimmt, im Stillegungsfonds fehlen noch 16000 Mio Franken. Für die nie gebauten AKW Graben und Kaiseraugst sind die Steuerzahler sogar gezwungen worden 577 Mio Franken zu zahlen, obwohl damit keine einzige kWh produziert worden ist. Gemäss KEV-Geschäftsbericht hat Windenergie im Jahr 2014 für tatsächlich produzierten, unabhängigen Strom gerade mal 7 Mio Franken erhalten - nicht aber von den Steuerzahlern, sondern von den Stromkonsumenten.
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  • Kommentar von carlo reve (emblem)
    viele viele bürger jahrzehnte an Atomstrom angewöhnen anhängen usw, sollen nun plötzlich alle glauben das es Plötzlich ohne Atom auch geht,soviele angewöhnte menschen an das seid jahrzehnten gegebene, ja sicherer als ein Angriff aus dem universum! Achtung mmm -CH-lösung,mit windredli in naturschutzgebieten,solar usw.können sogar die ausserirdischen uns eher sichten! wehren wir uns dann,mit kümmerlichen windredlis?-))
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Es ist eigentlich das Gleiche wie in holliwood: Das Restrisiko. Das ist bei den windredli ungemein kleiner.
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    2. Antwort von Andreas Würtz (Andhrass)
      @emblem: nein wir werfen mit Atommüll nach den Ausserirdischen. (Der ist viel gefährlicher als Windräder. Und wir haben auch viel mehr davon.) Möglichst bevor die Ausserirdischen auch nur 'Hallo' sagen können. Anschliessend werden sie das ganze Sonnensystem einzäunen und ein grosses Schild mit der Aufschrift 'Irrenanstalt' davorstellen. Denn genau das scheint es zu sein.
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    3. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Planta: Das würde ich nicht so sagen. Es gibt durchaus aussagekräftige Studien, dass der von den Windkraftanlagen ausgehende Infraschall ca. 15-20% der Menschen im Umkreis von rund 3km starke gesundheitliche Probleme bereiten können. Würde man das auf die vorgesehenen Windprojekte im Schweizer Mittelland umsetzen, würden etwa 300'000 Schweizer Bürger gesundheitlich unter den Windkraftanlagen leiden und de facto Milliarden kosten würden. Und das für knappe 10% der Stromproduktion....
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  • Kommentar von Michel Koller (Mica)
    Ich bin doch wohl nicht der Einzige, welcher es stossend findet, dass Energiekonzerne, welche zum Teil den Kantonen gehören, sich darauf freuen den Staat auf Schadensersatz zu verklagen? Der Staat sind wir alle und der Schadenersatz wird unser Steuergeld sein. Unglaublich wie weit es schon gekommen ist mit der Wirtschaft.
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