Zum Inhalt springen

Einheitskasse Wie ernst ist es den Romands mit regionalen Kassen?

Das Szenario für eine regionale Krankenkasse ist in der Westschweiz nicht vom Tisch – trotz des klaren Neins auf nationaler Ebene zur Einheitskasse. Dies beteuern zumindest die Gesundheitsdirektoren der Kantone Genf und Waadt. Doch die Sache hat einen Haken.

Öffentliche Krankenkasse

Eidg. Vorlage: Initiative «Für eine öffentliche Krankenkasse»

 

  • JA

    38.1%

    932'177 Stimmen

  • NEIN

    61.9%

    1'512'496 Stimmen

Standesstimmen

  • JA

    4.0

  • NEIN

    19.0

Mehrwertsteuerinitiative

Eidg. Vorlage: Initiative «Schluss mit der MwSt-Diskriminierung des Gastgewerbes!»

 

  • JA

    28.5%

    685'022 Stimmen

  • NEIN

    71.5%

    1'718'239 Stimmen

Standesstimmen

  • JA

    0.0

  • NEIN

    23.0

Das Ja zu einer Einheitskrankenkasse in der Romandie ist einhellig. Ausnahme Unterwallis. Und auch in den zweisprachigen Kantonen Freiburg und Bern hat der französische Teil zugestimmt. Dennoch ist das Votum nicht so deutlich ausgefallen wie erhofft. Gerade in der Waadt und Genf sagen nur 56 beziehungsweise 57 Prozent der Stimmenden Ja.

Legende: Video Einheitskasse in der Romandie? abspielen. Laufzeit 1:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.09.2014.

«Da kann man nicht einfach sagen: Wir machen jetzt unsere eigenen Krankenkassen», sagt der Genfer Gesundheitsdirektor Mauro Poggia (MCG). Dennoch sei damit die Idee von kantonalen Krankenkassen in der Westschweiz nicht vom Tisch, stellt der Waadtländer Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard (SP) fest. Kantonale Kassen würden wahrscheinlich deutlicher angenommen als eine eidgenössische Kasse, da erstere näher am Volk seien.

«Warum sollte das die Deutschschweiz stören?»

Schlechte Verlierer seien sie deswegen nicht, betont Maillard: «Warum sollte man sich in der Deutschschweiz stören, wenn die Romands in Sachen Krankenkassen einen anderen Weg gehen?»

Auch Poggia zeigt sich überzeugt, dass eine regionale Krankenkasse für die Romandie auch nach de Abstimmung legitim sei. Nicht zuletzt, weil die Initiative in den Kantonen Jura und Neuenburg stärker angenommen worden sei. Poggia will sich nun bald mit seinen Westschweizer Amtskollegen treffen.

Steiniger Weg mit wenig Aussichten auf Erfolg

Doch müsste für eine regionale Kasse das eidgenössische Krankenkassengesetz geändert werden. Das ginge nur über National- und Ständerat und vermutlich auch nur über eine weitere Volksabstimmung. Da dürfte es das Westschweizer Anliegen äusserst schwierig haben.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

25 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Es war abzusehen dass die Einheitskasse abgelehnt. wird, obwohl sie billigere Prämien hätte und effifzenter (anlog Suva) wirtschaften könnte, nein der Grund ist, dass über 30 % der Wählerinnen und Wähleer uin der Schweiz bei Vericherungen m, Krankenkassen und Soziealwirtschaft tätig sind, und wer wird schon seine eigene Zapfstelle zerstören. Es war klar dass bei einer Verstaatlichung viele Stellen und Boni wegfallen würden, das war ausschlaggebend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von J.Baltensperger, Zürich
      Ziemlich abstrus diese Theorie - ich habe "nein" gesagt weil ich denke, die eingesparten Werbeeinnahmen würden mehr als kompensiert durch staatliche Ineffizienz mangels Kostendruck und mangels Konkurrenz. Ich denke die Einheitskässe wäre auf lange Sicht teuerer geworden für die Versicherten. Was das mit den angeblich "30% Arbeitnehmer/innen bei Versicherungen und Sozialinstituten" (deren Motivation bleibt unerwähnt) zu tun haben soll ist mir schleierhaft.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Damien Corti, Neuchâtel
    Wie sehr warscheinlich 44% der Welschen finde ich diese Idee total sinnlos. Erstens ist die gegen die Wille des Volks und zweitens jeder weiss dass die Priorität anders liegt. Poggia, Maillard & Co sollten eher eine echte Strategie für die Stabilisierung der Kosten in Euren Kantonen erstellen, statt den Entscheid von den Abstimmungen zu kämpfen. Selbstverständlich ist es viel schwieriger die Anzahl von Landspitälern zu reduzieren, als die Deutschschweiz zu kritisieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Resi Weber, Lausanne
      Herr Damien Corti, Ihr Kommentar lässt mich etwas perplex. Poggia, Maillard & Co akzeptieren die Abstimmung u. bekämpfen sie nicht, schlagen lediglich demokratisch ein neues Modell vor. Was Ihre Kritik zur Stabilisierung der Kosten betrifft, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Patienten aus Ihrem Kanton bei schweren Krankheiten ins CHUV verlegt werden. Wer bezahlt die Kosten des waadtländer Universitätsspitals, da es bei Ihnen keines gibt? Etwa die Walliser, Freiburger, Neuenburger?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Es ist ihnen - den Linken - ernst, den Volksentscheid nicht zu akzeptieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Daniel Fuchs, Lausanne
      Haben sie etwa angst dass die Prämien bei ihnen richtig steigen wenn die Kassen bei uns kein Geld mehr abzweigen können? Sonst kanns Ihnen ja egal sein wies bei uns gehandhabt wird.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Resi Weber, Lausanne
      Herr Fuchs,es geht in erster Hand wohl nicht um Prämiensteigerung. M. Maillard u. Co könnten es in Bern schwer haben, weil von den 66 KK lediglich zwei Caisses romandes sind: Groupe Mutuel (Martigny) u. Assura (Lausanne). D-CHzer Parlamentarier sitzen in den Verwaltungsräten der KK. M. Couchepin war im VR der Groupe Mutuel. Deshalb sicher auch die Weigerung von Couchepin auf Maillard zu hören. Erinnern Sie sich à la prise de bec der beiden in Infrarouge?Wie es sich erwies, hatte Maillard Recht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Daniel Fuchs, Lausanne
      In der tat... völlig einer Meinung mit Ihnen. Mir ging es aber auch in erster Linie darum, dass sich hier Die über ungelegte Eier aufregen, die, es sollte es soweit kommen, gar nicht betroffen wären. Ausser unsere zu viel bezahlten Prämien wären gezielt zum dämpfen in ein par Kleinkantonen eingesetzt worden um gegebenenfalls ein stände mehr zu haben ... erstaunen würde es mich jedenfalls nicht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von marco berger, nidau
      Aber aber Julie Noverraz! Was interessiert Sie ob die Welschen eine eigene Kasse bilden?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Nico Basler, Basel
      @zelger Danke für ihren einmal mehr sinnleeren Kommentar.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen