Zum Inhalt springen
Inhalt

«No Billag»-Initiative «Service public» – Zankapfel im Schweizer Medienmarkt

Die einen wollen die SRG am liebsten ganz abschaffen. Andere kämpfen für ihren Schutz. Zahlreiche politische Interventionen befeuern die Diskussion um Abgaben, Identität und Qualität. Es stellt sich die Frage: Ist der «Service public» Zukunfts- oder Auslaufmodell?

SRF: «Service public»: ein Zukunfts- oder Auslaufmodell?

Nick Lüthi: «Service public» ist so lange kein Auslaufmodell, wie er von Bevölkerung und Politik gewollt ist und finanziell getragen wird. Diesen Rückhalt geniesst das schweizerische Modell weiterhin sehr stark. Darum ist der «Service public» ein Zukunftsmodell.

Claudio Zanetti: Den Dienst an der Allgemeinheit wird es immer brauchen. Allerdings im Sinne von Gemeinsinn und nicht als Geschäftsmodell.

Was gehört zum «Service public»? Was soll man Privaten überlassen?

N.L.: Die Privaten sollen den Markt haben, die SRG öffentliche Gelder und einen Leistungsauftrag. Das ideale Modell wäre weiterhin ein reines duales System, wie es vor Jahren schon einmal als Gesetzesentwurf vorgelegen hatte, aber mit Regional- und Partikularinteressen bis zur Unkenntlichkeit verwässert wurde.

C.Z.: Zum «Service public» gehört, was für das Funktionieren des Gemeinwesens unabdingbar ist. Leistungen, die dank Wettbewerb besser und günstiger erbracht werden können, sind den Privaten zu überlassen. Der Staat soll nur dort tätig sein, wo ein – demokratisch kontrolliertes – Monopol die besseren Resultate garantiert.

Was bedeutet für Sie Qualität in den Medien?

N.L.: Qualität in den Medien entsteht unter politischen und unternehmerischen Rahmenbedingungen, die es erlauben, dass sich Journalistinnen und Journalisten so lange mit einem Thema beschäftigen, wie es die konkrete Situation erfordert, frei von wirtschaftlichem und Quotendruck.

C.Z.: Fakten, die stimmen, und Meinungsvielfalt «audiatur et altera pars» (Man höre auch die andere Seite).

Wie sieht die SRG in acht Jahren aus?

N.L.: Die SRG ist kleiner, aber wendiger als heute, weil die Rahmenbedingungen bis dann klarer abgesteckt sind und sie sich in ihrem Terrain frei bewegt.

C.Z.: Sie wird wieder ein neues und teures Logo haben, um dem Nutzerschwund zu begegnen. Die Bundesversammlung wird jede Veränderung verhindern.

Nick Lüthi
Legende: Nick Lüthi

Nick Lüthi arbeitet seit 1995 als Journalist für Print, Radio und Online. Neben seiner Tätigkeit für die Medienwoche unterrichtet er am MAZ, der ZHAW und der Schule für Gestaltung Bern.

Claudio Zanetti
Legende: Claudio Zanetti

Claudio Zanetti, Jahrgang 1967, lebt in Gossau. Der Jurist sitzt für die SVP im Zürcher Kantonsrat und engagiert sich im Verein «No Billag».

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

22 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Ich hoffe, sf bleibt mir erhalten.. ich bekomme leider kein TV ausser Sat 3.. wo SF ja auch Anteil hat aber die Art der news wuerde mir fehlen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christophe Bühler, Langnau am Albis
    Quo vadis SF? Der Bundesrat finanziert seinen Lohn über Steuern. Herr CEO Devek seinen höheres BR-Gehalt über Zwangsabgaben. Die Post ist privatisiert. Ich bezahle mit Marken immer für den Brief, den ich auch versende. In Zukunft gibt es hoffentlich ein nach Datenmenge zu bezahlendes, privatisiertes, über Werbung finanziertes SRF, dann werde ich der Fan von SRF. Übrigens weshalb sollte ein obiges, zukünftiges SRF nicht auf Satellit gehen und mit Google kooperieren ?Dann gäbs Gewinn! NoBilag!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Charles Dupond, Vivis
      Monopolbetriebe rentieren privatisiert nie. Entweder muessen sie mit irren Subventionen gestuetzt werden (Bahn) oder es werden nebst fuerstlichen Ponzenloehnen fuer Maenaetscher auch noch unverdiente Monopolrenten an Aktionaere verteilt. Die SBB musste 1902 verstaatlicht werden, weil die Privatbahnen das Personal verludern liessen und die Sicherheit der Passagiere vernachlaessigten. In der neofeudalisierten SBB kommt Puenktlichkeit vor Sicherheit. Die PTT bot billigere und zuverlaessigere Dienst
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      Forschen sie mal nach, wohin die Postgewinne wandern. Sie werden staunen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ernst Jacob, Moeriken
    demokratisch kontrolliertes – Monopol , wenn ich nur schon das höre, läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter, es gibt keine GUTEN Monopole, aber wir sind noch Lichtjahre davon weg, wenigstens das zur Kenntnis zu nehmen. Aber auch die SVP, zumindest deren Mitglieder, profitieren ja auch von einem möglichst geschlossenen Markt, wer sollte unter solchen Umständen denn offene Märkte, auch im Telecom- Bereich, wirklich wollen? Es wird sich nichts ändern, zuviele verdienen einfach zu gut daran.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen