Bündner sagen Nein zu Olympischen Spielen

Der Kanton Graubünden lehnt die Durchführung der Winterspiele 2022 ab. 52,6 Prozent der Stimmbürger legten ein Nein in die Urne, während Davos und St.Moritz als Austragungsorte die Vorlage annahmen.

Kredit Olympische Spiele Auf / Zuklappen

Kanton Graubünden: Teilrevision des Finanzhaushaltsgesetzes

JA-Stimmen absolut: (0 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (41'758 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 47.3%
NEIN-Stimmen relativ: 52.7%

Proporzinitiative Auf / Zuklappen

Kanton Graubünden: Initiative «Für gerechte Wahlen»

JA-Stimmen absolut: (31'382 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (40'104 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 43.9%
NEIN-Stimmen relativ: 56.1%

Aufhebung Behördenreferendum Auf / Zuklappen

Kanton Graubünden: Teilrevision Kantonsverfassung

JA-Stimmen absolut: (40'203 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (23'575 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 63.0%
NEIN-Stimmen relativ: 37.0%

Aus den Olympischen Winterspielen im Jahre 2022 in den Bündner Bergen wird nichts. Das Bündner Stimmvolk hat die Olympia-Vorlage mit fast 53 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt.

Bei der kantonalen Olympia-Vorlage ging es um eine Reservenbildung für die Winterspiele von 300 Millionen Franken. Die Vorlage wurde mit 41'758 zu 37'540 Stimmen verworfen. Die Beteiligung betrug 59,14 Prozent.

Fast auf den Tag genau vor 33 Jahren, am 2. März 1980, hatten Bündnerinnen und Bündner letztmals Olympia-Pläne an der Urne mit einem Nein-Anteil von 77 Prozent versenkt.

Die Zustimmung zu Kandidaturbeiträgen in den zwei vorgesehenen Olympia-Dörfern St. Moritz und Davos konnte die kantonale Vorlage nicht mehr retten. Zur Weiterführung der Kandidatur hätte es in Graubünden drei Ja an den Urnen bedurft: einmal kantonal, und je einmal kommunal in St. Moritz und Davos.

Die letzte erfolgsversprechende Schweizer Kandidatur für Olympische Winterspiele war jene von «Sion 2006». Der damalige Bundesrat Adolf Ogi führte das Komitee an. Genützt hat der volle Einsatz des Sportministers nichts. Den Zuschlag erhielt Turin.

Nein zur Proporz-Initiative

In Graubünden wird das Parlament weiterhin nach dem Majorzsystem gewählt. Der Wechsel zum Proporzsystem scheiterte an der Urne bereits zum achten Mal. Die Initiative «Für gerechte Wahlen» wurde klar verworfen.

40'104 Stimmberechtigte sprachen sich gegen den Wechsel vom Majorz zum Proporz aus, 31'382 dafür. Die Stimmbeteiligung betrug 59,14 Prozent.

Die Initiative war von einem überparteilichen Komitee mit Vertretern von SP, SVP, GLP und den Grünen lanciert worden. Die kleineren Parteien sehen sich im Majorz benachteiligt und versprechen sich vom Proporz mehr Sitze im 120köpfigen Parlament. Die grossen Parteien BDP, CVP und FDP stemmten sich gegen den Wechsel.

Der Proporz ist in Graubünden ein politischer Dauerbrenner. Seit 1937 wurde über seine Einführung achtmal abgestimmt. Jedes Mal sprachen sich die Bündner aber für den Majorz aus, zweimal davon allerdings äusserst knapp. In der Schweiz ist die Mehrheitswahl ein Auslaufmodell. Neben Graubünden wird der Majorz für Parlamentswahlen nur noch in Appenzell Innerrhoden angewendet.

Im weiteren genehmigten die Stimmbürger die Streichung des ausserordentlichen Behördenreferendums mit 40'203 zu 23'575 Stimmen. Das Instrument erlaubte es dem Parlament, Vorlagen freiwillig der Volksabstimmung zu unterstellen. Weil der Grosse Rat nie Gebrauch davon machte, beantragte er selber die Entfernung aus der Verfassung.