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1:12-Initiative Die Lohnschere öffnet sich auf 1:135

Die Top-Saläre steigen, die kleinen Löhne stagnieren: Der Unterschied zwischen dem tiefsten und dem höchsten Lohn in den grössten Schweizer Unternehmen ist grösser geworden. Das zeigt eine aktuelle Studie der Unia.

In der Studie wurden die Löhne der 41 grössten börsenkotierten Unternehmen untersucht. Das Resultat: Die Lohnschere hat sich von 1:120 im Jahr 2011 auf 1:135 im letzten Jahr geöffnet.

Untere Löhne stagnieren

Laut der Studie sind die Löhne der Topmanager um 13,5 Prozent gestiegen, während sie am unteren Ende der Lohnpyramide praktisch stagnierten. Die Selbstbedienungsmentalität in den Teppichetagen sei offensichtlich ungebrochen, sagt Beat Baumann, Unia-Ökonom und Autor der Studie.

Auch gebe es keinen Zusammenhang zwischen Top-Löhnen und der Höhe des Gewinns einer Firma: «Solange Unternehmen Gewinn machen, werden auch Höchstlöhne erhöht», so Baumann weiter.

Spitzenlöhne bei mittleren Unternehmen

Das Fazit der Lohn-Auswertung der Unia deckt sich mit einer ähnlichen Untersuchung, die der Arbeitnehmer-Dachverband Travailsuisse jährlich durchführt.

Demnach prägten nicht mehr Einzelfälle wie die ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten von Novartis und UBS, Daniel Vasella oder Marcel Ospel, das Bild. Die Lohnschere öffne sich nicht nur bei den ganz Grossen der Pharma- und Finanz-Branche, sondern neu auch bei Unternehmen im Mittelfeld: zum Beispiel Lonza, Clariant, Georg Fischer oder Oerlikon. Studienleiter Baumann sagt dazu, die betreffenden Unternehmen und Spitzenmanager seien gegenüber der öffentlichen Diskussion offenbar immun.

Auf der anderen Seite kämen die Arbeitnehmenden immer stärker unter Druck, betont Pierluigi Fedele von der Geschäftsleitung der Unia: «Und das, obwohl es gerade sie waren, welche die beträchtlichen Gewinne der letzten Jahre erarbeitet haben.» Um gegen diese Entwicklung anzukämpfen, lancierte die Gewerkschaft ihre Abstimmungskampagne zur 1:12-Initiative.

Arbeitgeber: Lohnspreizung ist durchaus noch moderat

Für Thomas Daum vom Schweizerischen Arbeitgeberverband ist das Ziel der jüngsten Unia-Studie klar: «Man versucht damit die 1:12-Kampagne zu befeuern.» Aus seiner Sicht würden die jüngsten Zahlen, die Schweizer Lohnlandschaft aber nur bedingt abbilden.

«Eigentlich müsste man die ganze Wirtschaft erfassen und nicht nur die Top-Firmen der Börse», so der Verbandsdirektor. Würde man dies tun, dann sei das Bild ein ganz anderes. «Die Löhne nehmen in der Schweiz seit Jahren nur leicht zu und die Lohnspreizung ist sehr moderat», so Daum. Lediglich die nordischen Länder und die Niederlande würden da im Vergleich besser dastehen.

Für den Anstieg im letzten Jahr gibt es laut Daum zudem einen klaren Grund: «Waren in den Vorjahren die Unternehmensergebnisse rückläufig, so hatten wir 2012 wieder ein gutes Jahr.» Da der variable Lohnanteil oftmals an den Erfolg gekoppelt sei, und einen grossen Anteil am Gehalt habe, sei eine Steigerung nur logisch, so Daum.

:

Löhne und Lohnscheren im Vergleich – gewichteter Durchschnitt

gewichteten Durchschnitt von 41 Schweizer Unternehmen.
Höchstlohn (in Fr. pro Jahr)Tiefstlohn (in Fr. pro Jahr)Lohnschere
20098'084'16451'5751:153
20106'639'42552'4671:124
20116'529'85653'6471:120
20127'420'77854'0381:135

Neue Methodik

In der neuen Studie wurde erstmals der höchste Lohn der Konzernleitung verwendet. Zuvor wurde jeweils der Lohndurchschnitt der Konzernleitung berücksichtigt. Zudem wurden die Unternehmen nach der Zahl der Mitarbeitenden gewichtet. Firmen mit vergleichsweise wenigen Angestellten hatten das Lohn-Verhältnis laut Unia jeweils gesenkt.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Irene Graber, Olten
    @Verena Eberhard: - Mit Ihnen als Chauffeuse in einem Auto mitzufahren, würde ich niemals wagen, denn Sie verwechseln des öfteren links mit rechts.
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  • Kommentar von M. Kohler, Thurgau
    Die Unternehmer schauen einer 1/12 Regelung ganz entspannt entgegen - man kann bei beliebig vielen Firmen angestellt sein, sollte jemand wirklich so viel verdienen wollen finden sich Mittel und Wege dazu. Was mich wirklich nachdenklich stimmt ist, dass es keine UNABHÄNGIGEN Studien gibt welche die ökonomischen Auswirkungen von 1/12 für die CH belegen. Evt. wird das Steuersubstrat der oberen Einkommen und der betroffenen Firmen massiv unterschätzt - das wäre dann nicht im Sinne der Erfinder..
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Diese Lohnexzesse sind untragbar. Dass kann es nicht sein, wenn ein Unternehmen Millionen-Milliarden Gewinn ausweist, und im gleichen Jahr Tausende Leute entlaesst (Pharma Unternehmen), und Bonis auszahlen laesst. Das muss gestopt werden, UMGEHEND!
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