Zum Inhalt springen

2. Gotthard-Röhre Bringt eine zweite Gotthard-Röhre mehr Verkehr?

Das Schweizer Stimmvolk entscheidet Ende Februar über einen zweiten Gotthard-Strassentunnel. Bereits heute läuft die Debatte hitzig. Gegner einer zweiten Röhre befürchten, der Ausbau bringe mehr Verkehr. Befürworter widersprechen.

Ein Lastwagenchauffeur fährt durch den Gotthard-Tunnel. Auf der Gegenspur ein Lastwagen.
Legende: Mit einer zweiten Röhre soll der Verkehr durch den Gotthard in Zukunft ohne Gegenverkehr rollen. Keystone

Bessere Strassen heisst mehr Verkehr: So die Gleichung der Gegner eines zweiten Gotthard-Strassentunnels. «Verkehr ist wie Wasser, dort wo er den geringsten Widerstand hat, bricht er durch», sagt der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber.

Der neue Tunnel werde attraktiver und die Fahrt flüssiger. Man hätte keine Autos mehr, die einem entgegenkommen. Es gäbe einen Pannenstreifen und damit keine Staus mehr wegen kleinerer Pannen im Tunnel. Und: Bei einem schweren Unfall oder gar einem Tunnelbrand könnten die Autos im Gegenverkehr durch die unversehrte Röhre geleitet werden.

Auf dieses Argument reagiert Ständerat Filippo Lombardi mit Sarkasmus: «Dann bitte ich die Gegner, einmal im Monat einen Brand zu organisieren, um die Kapazität zu senken. Ist das die Lösung?»

Der Gotthard spaltet die CVP

Lombardi und Graber sind beide in der CVP, aber in der Gotthardfrage haben sie das Heu nicht auf der gleichen Bühne. Lombardi sagt, entscheidend sei alleine die Fläche, die für die Autos im Tunnel zur Verfügung stehe – und die bleibe beim einspurigen Betrieb gleich. Die Anzahl der Staustunden und der Unfälle spiele keine Rolle.

Genauere Untersuchungen zur Frage, ob die Kapazität am Gotthard mit zwei einspurig betriebenen Tunnels allenfalls erweitert würde, gibt es beim zuständigen Bundesamt für Strassen nicht. Aber man geht nicht davon aus.

Die Gegner sind allerdings überzeugt: Nimmt der Verkehr am Gotthard weiterhin kontinuierlich zu, komme der Tag, an dem alle Spuren geöffnet werden.

Wer soll dann noch dagegen sein?
Autor: Konrad GraberCVP-Ständerat

So einfach gehe das nicht, entgegnet Lombardi: «Die Verfassung sagt, die Kapazität darf nicht erhöht werden.» Graber stimmt zwar zu, dass das Volk darüber entscheiden müsste. Nur: «Der Tunnel ist dann gebaut und finanziert. Und ich frage mich: Wer soll dann noch dagegen sein?»

Dafür müssten die nächsten Generationen die Verantwortung übernehmen, sagt dazu Lombardi. Jetzt gehe es um die Sicherheit und um die Tunnelsanierung ohne dreijährigen Unterbruch.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

40 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Ich bin gegen den Bau einer zweiten Röhre, wenn aber die Mehrheit dafür ist und sie gebaut wird, dann wäre es ein Schildbürgerstreich im Quadrat, bei 20 km Stau, weniger als die halbe Kapazität zu nutzen. Wir wären dann wohl die weltweite Dauerlachnummer 1 und die EU würde uns mit der Kündigung der Bilateralen drohen.. Also machen wir uns nichts vor, ein Ja zur zweiten Röhre heisst ein Ja zur Verdopplung der Kapazität, selbst wenn dies (anfänglich) mit einem Verfassungsartikel verhindert wird.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von melanie nobs (lema)
    "Bessere Strassen heisst mehr Verkehr: So die Gleichung der Gegner eines zweiten Gotthard-Strassentunnels". Dies ist mehr als ungenau formuliert und klingt so, als würde es sich dabei um eine Behauptung der Tunnelgegner handeln. Dem ist aber nicht so - es existiert eine Studie der EU, die klar besagt, dass der Ausbau von Strassen zu mehr Verkehr führt. Klare Fakten als blosse Argumente und Auslegung zu verkaufen ist nicht gerade das, was man objektive Berichterstattung nennt...!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Es ist erstaunlich, wie sich links/grüne Kreise dermassen wehren, das einzige Nadelöhr zwischen Skandinavien und Italien ja nicht zu verbessern! (Leute, die sofort in die EU eintreten möchten!). Die zweite Röhre dient der Verkehrs-Sicherheit und einem flüssigeren Durchfahren, mehr nicht! Je ein Pannenstreifen (in jeder Röhre) und kein gefährlicher Gegenverkehr mehr, verringert die Unfallgefahr deutlich! Zudem müssen solch stark befahrene, lange Alpentunnels nach gewissen Jahren saniert werden!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      "mehr nicht" Wirklich? 2x2=4, oder glauben Sie im Ernst, es würde je eine Spur gesperrt? Am Anfang vielleicht! Es wäre wider die BV, denn das Volk hat 1994 den Bund beauftragt, den Alpenraum und seine Bewohner vor den Auswirkungen des Strassen-Transitverkehr zu schützen. Dh die Verlagerung des Transitgüterverkehrs von der Strasse auf die Schiene und den Verzicht auf einen Ausbau der Kapazität der Transitstrassen. Dafür wurden Milliarden in die NEAT investiert!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      @Beppie Hermann die Grüne. Wir haben noch keine Abstimmungs-Broschüre und können deshalb nicht umfassend diskutieren. Warten wir ab, bis wir diese von Frau Leuthard erhalten werden und abwägen können.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      D. Meier, was gibts abzuwarten? Es gäbe 2 Spuren mehr punkt Die Abstimmung zum Schutz des Alpenraums war klar genug: Verzicht auf Ausbau der Kapazität. D.Leuthard erklärte zur 2. Röhre ja bereits, die Verfassung würde nicht tangiert, es würde nur je eine Spur befahren. Wie gesagt, zum Totlachen, diese Aussage kann nicht ernst genommen werden. Sind mal 4 Spuren da, werden sie früher od.später benutzt. Mehr Strassen, mehr Verkehr, das weiss jeder. Ein Leichtes dann, den Verfassungstext abzuändern.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen