Moser: «Wer nicht mit mir zusammenarbeiten will, soll es lassen»

Bei der Wahl seiner Kandidaturen ist Bruno Moser nicht wählerisch: Mal kandidiert er für den Ständerat, mal für den Regierungsrat. Bei den Ersatzwahlen vom 28. Februar mischt der Bieler ebenfalls mit. Als Aussenseiter hat er jedoch kaum Chancen.

Bruno Moser

Bildlegende: Bruno Moser kämpft für ein neues Steuersystem. SRF

Der 54-jährige Bruno Moser provoziert gerne. Beispiele gibt es viele. Bei den Gesamterneuerungswahlen 2014 machte der Bieler unliebsame Bekanntschaft mit der Berner Kantonspolizei.

Zwei Beamte kontrollierten am Wahlsonntag den Eingang zum Rathaus. Weil sich Bruno Moser weigerte, seinen Ausweis zu zeigen, drückten ihn die beiden Beamten kurzerhand auf den Boden und hielten ihn fest. Ihn, den offiziellen Regierungsratskandidaten.

Als Beispiel kann auch die Episode aus dem Jahr 2015 ins Feld geführt werden. Bruno Moser kandidierte damals für den Ständerat. Im ersten Wahlgang zeichnete sich ab, dass er gegen die beiden Bisherigen, Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP) keine Chance haben würde.

Bruno Moser zog sich jedoch nicht zurück und beharrte auf seinem Recht, einen zweiten Wahlgang bestreiten zu dürfen. Dies im Gegensatz zu allen anderen Kandidaten der etablierten Parteien, die sich für den zweiten Wahlgang aus dem Rennen nahmen.

«  Es gibt keine Behörden und keine Ämter mehr in der Schweiz. »

Bruno Moser
Kandidat Regierungsrat Kanton Bern

Bruno Moser ist auch ein Revoluzzer: «Es gibt keine Behörden, keine Ämter und keine Beamten mehr in der Schweiz – und einfach nur so tun als ob, das geht so nicht weiter.» Deshalb sei seine Kandidatur eine echte Alternative.

Der parteilose setzt sich seit Jahren für die sogenannte Bodenwertsteuer ein. Die Steuer wird auf jenem Wert des Bodens erhoben, den jeder und jede benötigt. Andere Steuern werden gestrichen und die öffentlichen Aufgaben durch die Bodenwertsteuer finanziert. Gemäss Mosers Ideen würden die Bürger aus den Einnahmen der Bodenwertsteuer sogar eine Dividende erhalten. Niemand müsste mehr Steuern bezahlen. «Die Burgergemeinden leben uns dieses System seit Jahren vor – und es funktioniert», sagt Moser.

Sollte Bruno Moser als Aussenseiter in die bernische Kantonsregierung gewählt werden, ist für ihn klar: «Wenn die anderen mit mir arbeiten wollen, dann gerne. Sonst sollen sie es lassen und ich sitze an einem anderen Tisch.»

Bruno Moser hat Politologie und Soziologie studiert und ist Selbständigerwerbender. Er verkauft Gesundheitspflaster.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 6:32 / 17:30 Uhr)

Bruno Moser

  • Geboren: 1961
  • Wohnort: Biel
  • Beruf: Volkswirt
  • Partei: parteilos

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