Ein 96 Meter hoher Turm erhitzt die Gemüter

Die Basler Stimmbevölkerung entscheidet am 24. November über ein neues Hochhaus mit 170 Wohnungen. Im Streitgespräch des «Regionaljournals» duellieren sich Claraturm-Gegner Andreas Bernauer und Claraturm-Befürworterin Mirjam Ballmer.

Claraturm-Gegner Andreas Bernauer und Claraturm-Befürworterin Mirjam Ballmer.

Bildlegende: Claraturm-Gegner Andreas Bernauer und Claraturm-Befürworterin Mirjam Ballmer. SRF

Vors Volk kommt das 100-Millionen-Projekt, weil gegen die baurechtlichen Grundlagen für den 96 Meter hohen Claraturm am Basler Messeplatz das Referendum ergriffen wurde. Federführend beim Referendum ist der Wirt Andreas Bernauer, seine Beiz müsste dem Turm weichen, falls die Stimmbevölkerung dem Bauprojekt zustimmt.

Im Streitgespräch des «Regionaljournal Basel» von Radio SRF debattierte Andreas Bernauer mit der Grossrätin Mirjam Ballmer (Grüne), die eine Befürworterin des Claraturms ist. Andreas Bernauer betonte: «Das Projekt ist nicht sinnvoll. Es vernichtet bezahlbaren Wohnraum. Es verdichtet den Wohnraum dort, wo die Leute schon dicht an dicht wohnen. Und es führt zum Abbruch von wichtigen Baudenkmälern.» Damit meinte er die Häuserzeile, in der auch seine eigene Bar beheimatet ist.

«  Es gibt teure Wohnungen für Expats »

Andreas Bernauer
Claraturm-Gegner

Mirjam Ballmer betonte auf der anderen Seite: «Es gibt drei Gründe, die für den Claraturm sprechen. Man schafft viel neuen Wohnraum, ohne zusätzliche Fläche zu verbauen. Es wird kein einziger neuer Parkplatz gebaut. Und es gibt bezahlbaren Wohnraum.» Andreas Bernauer dementierte Letzteres. «Es gibt keine günstigen Wohnungen. Es gibt teure Wohnungen für Expats und solche, die kurzfristig an Messegäste vermietet werden.»

«  Gegner operieren mit falschen Versprechen »

Mirjam Ballmer
Claraturm-Befürworterin

Emotional wurde das Streitgespräch, als Mirjam Ballmer dem Claraturm-Gegner Andreas Bernauer vorwarf, er gebe der Bevölkerung falsche Versprechen ab. Bernauer wolle die Häuserzeile mit seiner eigenen Beiz retten, «obschon das mit dem Referendum gar nicht möglich ist». Das Referendum verhindere bloss den Bau des Turms, aber nicht den Abbruch der Häuser. Sie kritisierte auch die «falschen» Visualisierungen, mit denen die Gegner operieren würden. Andreas Bernauer konterte: «Die Bevölkerung hat das Recht, mit Hilfe einer Visualisierung zu sehen, wie hoch der Claraturm in den Himmel ragen würde.»