Günstiger wohnen in Chur: Das Streitgespräch zur Abstimmung

Am 28. Februar stimmen die Churer und Churerinnen über die Initiative «für mehr bezahlbaren Wohnraum» sowie den Gegenvorschlag ab. Ziel der Initiative sind mehr Genossenschaften mit günstigen Wohnungen. Bis in 20 Jahren soll der Anteil der gemeinnützigen Wohnungen auf 12% ansteigen.

Die persönlichen Erfahrungen könnten nicht gegensätzlicher sein.Während Lukas Horrer froh ist, ein zahlbares WG-Zimmer in Chur gefunden zu haben, schwärmt Hans Martin Meuli vom umfangreichen Wohnungsangebot in Chur.

Wie verschiedene Studien gezeigt haben, liegt das Mietzinsniveau in Chur fast auf der Höhe der Stadt Basel. Initiativ-Gegner Hans Martin Meuli, FDP-Gemeinderat und Treuhänder, bestreitet diese Zahl nicht. Er sagt aber:

«  Die Initiative braucht es nicht. Es funktioniert hier. Wir hatten noch nie so viele Einwohner wie jetzt in der Stadt Chur. Die sind alle bereit, die Preise zu zahlen. »

Hans Martin Meuli
Gemeinderat Chur, FDP

Die Einschätzung von Lukas Horrer, Präsident des Bündner Mieterverbands und Student, ist diametral verschieden.

«  Es funktioniert eben nicht in Chur. Die Mietzinse steigen und steigen und steigen. Darum muss die Politik handeln. Deshalb braucht es die Initiative. »

Lukas Horrer
Präsident Mieterverband Graubünden

Die Initiative sei nötig, weil nur mit verbindlichen Regeln mehr günstiger Wohnraum in Chur entstehe. Die Initiative schlägt eine verbindlichen Quote vor, nämlich 12% gemeinnützige Wohnungen bis in 20 Jahren.

Im Gespräch diskutieren Lukas Horrer und Hans Martin Meuli über das Mietzinsniveau in Chur, die Vor- und Nachteile der Initiative sowie den Gegenvorschlag.

* Bildlegende: Standorte der genossenschaftlichen Siedlungen (2013). In: «Das Potential des genossenschaftlichen Wohnungsbaus in Chur», S. 21. Studie der HTW Chur im Auftrag der Initianten.

SRF1, Regionaljournal Graubünden, 17:30 Uhr; habs