Stadt Chur muss sich nicht um mehr günstigen Wohnraum kümmern

Die Stadt Chur muss nicht für ein grösseres Angebot an günstigen Wohnungen sorgen. Die Churer Stimmberechtigten haben die Initiative "Für mehr bezahlbaren Wohnraum" hauchdünn und den Gegenvorschlag klar abgelehnt.
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Wohnraum-Initiative Auf / Zuklappen

Chur: Volksinitiative «für bezahlbaren Wohnraum»

JA-Stimmen absolut: (6'592 Stimmen)
NEIN-Stimmen absolut: (6'678 Stimmen)
JA-Stimmen relativ: 49.7%
NEIN-Stimmen relativ: 50.3%

Die Churerinnen und Churer haben mit 6678 Nein- zu 6592 Ja-Stimmen die Initiative «Für mehr bezahlbaren Wohnraum» abgelehnt.

Die Initiative forderte, dass sich die Stadt aktiv für die Erhöhung des Anteils von bezahlbaren Wohnungen und Gewerberäumen einsetzt. Konkret sollte der Anteil von gemeinnützigen Wohnungen innert 20 Jahren von heute 8 auf 12 Prozent am gesamten Wohnungsbestand erhöht werden.

Auch der Gegenvorschlag der Stadtregierung hat Schiffsbruch erlitten: 7676 Nein- zu 4743 Ja-Stimmen ist hier das Resultat.

Die Stadtregierung wollte in ihrem Gegenvorschlag ebenfalls die «Erhöhung des Anteils von zahlbaren und qualitativ hochwertigen Wohnungen» in die Verfassung aufnehmen. Sie lehnte jedoch das Ziel ab, den Anteil gemeinnütziger Wohnungen auf ein definiertes Niveau zu erhöhen.

Stadt hat Problem erkannt

Das Initiativkomitee hielt den Gegenvorschlag für einen Papiertiger. Kritisiert wurde, dass darin ein verbindliches Ziel fehle. Nur die Initiative nehme die Politiker in die Pflicht und löse das Problem. Erfreulich sei hingegen, dass der Stadtrat das «gravierende Problem» anerkenne, dass Wohnen zu teuer sei in Chur.