Die Stadt Freiburg wählt – Chancen und Herausforderungen

Am 28. Februar werden in der Stadt Freiburg gleich drei von fünf Gemeinderäten neu gewählt. An der linken Mehrheit dürfte sich nichts ändern – frischer Wind in der Stadtregierung tut dennoch Not, wie ein Augenschein in der Stadt zeigt.

Stadtpräsident Pierre-Alain Clément (SP), Baudirektor Jean Bourgknecht (CVP) und Finanzdirektorin Madeleine Genoud-Page (CSP) treten am 28. Februar nicht zur Wiederwahl an. Die zwei verbleibenden Gemeinderäte Thierry Steiert (SP) und Antoinette de Weck (FDP) werden deshalb als Bisherige in der Minderheit sein.

«Die Linke dürfte in der Regierung ihre Mehrheit behalten, das linke Bündnis ist stark», sagt Freiburg-Korrespondent Patrick Mülhauser. «Im Parlament dagegen wackelt die linke Mehrheit, die eher bürgerliche unabhängige Liste könnte die Verhältnisse zum kippen bringen.» Mülhauser rechnet ausserdem damit, dass Thierry Steiert von der SP seinen Parteikollegen Pierre-Alain Clément als Stadtpräsident beerben wird.

Verkehr, Gewerbe, Kultur: Drei Baustellen

Was den neuen Gemeinderat in der nächsten Legislatur beschäftigen wird, zeigt sich bei einem Rundgang durch die Stadt. Zum Beispiel im Stadtzentrum zur Stosszeit: die totale Blockade. Der Verkehr im Stadtzentrum ist eines der ungelösten Probleme. «Theorie und Realität passt nicht aufeinander», sagt Taxifahrer Fatih Karakus.

Das gilt auch in der Fussgängerzone, in der Lausanne-Gasse zwischen Bahnhof und Kathedrale. Dort ist der Musikladen von Michael Deforné. Gewerbler sein in der Stadt Freiburg? Nicht einfach, sagt er: «Praktisch für alles braucht es eine Bewilligung, sogar für die Schilder draussen, dabei sind die das einzig farbige in dieser Strasse.»

«  Praktisch für alles braucht es eine Bewilligung. »

Michael Deforné
Ladenbesitzer

Die Stadt brauche ein Konzept, was sie wo wolle, sagt Deforné. Dem pflichtet Florian Eitel, Vorstandsmitglied des Konzertlokals Fri-Son, bei. Vor 20 Jahren noch mitten in der Industrie, ist das Fri-Son heute umgeben von Wohnungen.

Das Pérolles-Quartier wurde zum Wohnquartier. «Das jüngste Beispiel, eine Überbauung gleich vis-à-vis dem Eingang des Fri-Son, bedroht unsere Existenz», sagt er. Eine Lärmklage reiche, und das Fri-Son könne schliessen – so wie dies zahlreichen Lokalen in anderen Städten passiert sei.

(Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12:03 / 17:30 Uhr)