Jura-Frage: Scharmützel zwischen Pro-Bernern und Separatisten

Pro-Berner gegen Separatisten: Die Polizei musste am Sonntag eingreifen. Die Reibereien zeigen, wie hoch die Emotionen in der Jurafrage kochen.

Militante Jurassier in Aktion.

Bildlegende: Militante Jurassier singen Protestlieder, nachdem die militanten Pro-Berner einen Auto-Corso gemacht haben. Keystone

In der Stadt Moutier ist es am späten Sonntagnachmittag zu kleineren Scharmützeln gekommen: Pro-bernische Anhänger fuhren mit ihren Autos hupend am Hotel de la Gare vorbei, wo sich die pro-jurassischen Anhänger versammelt hatten.

Als Antwort auf die Provokation blockierten die Separatisten die Durchfahrt für die Autos. Dabei kam es zu Schlägereien, die Beteiligten warfen Holzstücke. Die Polizei sperrte den Zugang zum Bahnhofplatz ab, wo sich die Autonomisten versammelt hatten.

Hohe Stimmbeteiligung

Die interjurassische Versammlung hat mit Befriedigung Kenntnis von der hohen Stimmbeteiligung bei der Jura-Abstimmung genommen. Das Abstimmungsresultat sei klar, aber der Prozess werde nun mit der Möglichkeit von kommunalen Abstimmungen weitergeführt, hiess es.

Der Präsident der interjurassischen Versammlung, Dick Marty, äusserte sich auch zur Möglichkeit der bernjurassischen Gemeinden, auf Wunsch innert zweier Jahre eine Abstimmung über einen Kantonswechsel zum Jura zu beantragen. Er gehe davon aus, dass sich diese Frage vor allem für Moutier stelle, sagte Marty.

Die Kantone Bern und Jura müssten sich dieser Dynamik bewusst sein, führte Marty aus. Komme es zu solchen Gemeindeabstimmungen – und nur dann – werde die interjurassische Versammlung ihre Mission weiterführen, sagte Marty. In einem solchen Fall würde die Versammlung alles unternehmen, damit die Debatte demokratisch geführt werde.