Bahnhofplatz und öV spalten St. Gallen

Die Stimmbevölkerung der Stadt St. Gallen entscheidet am 9. Juni über einen neuen Bahnhofplatz. Dieser soll 120 Millionen Franken kosten. Zudem entscheiden die Bürger, ob die Verkehrsbetriebe St. Gallen in eine Aktiengesellschaft überführt werden.

Bahnhofplatz St. Gallen

Bildlegende: Der öffentliche Verkehr auf dem Bahnhofplatz in St. Gallen gibt bei beiden Vorlagen zu reden. Keystone

Der Bahnhofplatz in St. Gallen ist die öV-Verkehrsdrehscheibe der Ostschweiz: 80'000 Menschen steigen hier täglich ein, aus und um. Pro Tag verkehren mehr als 1700 Busse.

Um dem stetig steigenden Aufkommen im öffentlichen Verkehr gerecht zu werden, müsse der Bahnhofplatz modernisiert und ausgebaut werden. Davon sind die SBB und die Stadt St. Gallen überzeugt. Der Bahnhof St. Gallen sei an seine Kapazitätsgrenzen gestossen. Die Stadt soll 37,4 Millionen Franken beisteuern.

Das gegnerische Komitee lässt kein gutes Haar an der Vorlage. Komfort, Sicherheit und das Kosten-Nutzen-Verhältnis seien nicht gegeben. Ausserdem habe die Stadt mit einer Informations-Broschüre die Meinungsbildung einseitig beeinflusst. Die Broschüre wurde gratis an alle Haushalte der Stadt verteilt.

Stärkung oder falscher Weg?

Die zweite städtische Vorlage will eine Verselbständigung der Verkehrsbetriebe (VBSG). Für die Stadtregierung ist die Ausgliederung der VBSG in zwei eigenständige Aktiengesellschaften der einzige Weg, um die Position der VBSG auf dem öV-Knoten St. Gallen zu stärken. Nur so könne den Doppelspurigkeiten auf dem Platz St. Gallen entgegengewirkt werden.

Gegen das Vorhaben des Stadtrats wehren sich die linken Parteien und die Gewerkschaften. Sie befürchten schlechtere Anstellungsbedingungen für das Personal. Gleichzeitig sind sie der Überzeugung, dass den Doppelspurigkeiten auch anders entgegengewirkt werden kann.