Patrizia Adam verpasst Wiederwahl in den Stadtrat St. Gallen

Die St. Galler Baudirektorin Patrizia Adam (CVP) muss weiter um die Wiederwahl in den Stadtrat zittern. Ihre Ratskollegen wurden allesamt wiedergewählt. Auf Parlamentsebene musste in den grösseren Städten vor allem die CVP Federn lassen.

Patrizia Adam umarmt eine Frau.

Bildlegende: Patrizia Adam scheiterte als einzige Stadträtin im ersten Wahlgang. SRF/Philipp Gemperle

Die St. Galler Stadträtin Patrizia Adam (CVP) hat die Wiederwahl verpasst und muss in den zweiten Wahlgang. Nochmals antreten wird auch Maria Pappa (SP). Ob die FDP ihren Kandidaten Marcel Rotach nochmals ins Rennen schickt, ist noch offen.

Der St. Galler Stadtpräsident Thomas Scheitlin (FDP) und die drei Stadträte Nino Cozzio (CVP), Peter Jans (SP) und Markus Buschor (parteilos) sind klar wiedergewählt worden.

Scheitlin bleibt Stadtpräsident

Scheitlin erhielt als Stadtpräsident 13'606 Stimmen. Der Herausforderer Veit Rausch (GLP), der bereits vor der Wahl das Handtuch geworfen hatte, erhielt 3019 Stimmen. Das absolute Mehr betrug 8643 Stimmen.

Für die übrigen vier Sitze im Stadtrat gab es sechs Kandidierende: Gewählt wurden Nino Cozzio (CVP, bisher) mit 13'606 Stimmen, Peter Jans (SP, bisher) mit 12'884 sowie Markus Buschor (parteilos, bisher) mit 12'147 Stimmen. Baudirektorin Patrizia Adam (CVP, bisher) kam auf 8964 Stimmen und verpasste damit das absolute Mehr um 240 Stimmen.

Maria Pappa (SP, neu) erhielt 7914 Stimmen, während Marcel Rotach (FDP, neu) auf 6009 Stimmen kam. Auf Vereinzelte entfielen 1061 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 42,1 Prozent.

Wahl Stadtrat St. Gallen

StadtpräsidentThomas Scheitlin – FDP (bisher)
13'606
StadtratNino Cozzio – CVP (bisher)13'606

Peter Jans – SP (bisher)12'884

Markus Buschor – parteilos (bisher)
12'147

Nicht gewählt:


Patrizia Adam –CVP (bisher)
8964

Maria Pappa – SP (neu)
7914

Marcel Rotach – FDP (neu)
6009

Zweiter Wahlgang am 27. November

Adam zeigte sich erstaunt und enttäuscht über ihr Wahlresultat. «Ich stehe einem schwierigen und unpopulären Departement vor», sagte die Baudirektorin. Sie werde sich aber dem zweiten Wahlgang stellen.

Nochmals ins Rennen steigen will auch Maria Pappa (SP), die rund 1000 Stimmen weniger machte als Adam. Die SP habe einen zweiten Sitz im St. Galler Stadtrat verdient, sagte Pappa.

Noch unschlüssig über das weitere Vorgehen sind FDP und SVP. Die FDP wollte mit Marcel Rotach ihren zweiten Sitz im Stadtrat zurückerobern, den sie vor zwei Jahren an die SP verloren hatte. Die SVP will am Montag entscheiden, ob sie mit einer eigenen Kandidatur antreten wird.

Die Parteien haben bis zum 29. September Zeit, Wahlvorschläge zu machen. Der zweite Wahlgang findet am 27. November statt.

CVP verliert in St. Gallen und Wil

Im St. Galler Stadtparlament musste Adams CVP Federn lassen. Sie verlor drei Sitze. Zu den Verlierern gehören auch die Juso (-1) und die EVP (-1). Sitze gewonnen haben hingegen die FDP (+2), die SP (+2), die GLP (+1) und die Jungen Grünen (+1).

In Wil verlor die CVP gleich fünf Sitze. Im Stadtparlament waren jedoch weniger Sitze zu vergeben als bei den letzten Wahlen. Zu den Verlierern gehören auch die SP und die Grünliberalen, sie haben je zwei Sitze weniger. Zwei Sitze gewinnen konnte die SVP. Die Grünen holten einen zusätzlichen Sitz.

Im Gossauer Stadtparlament bleibt die Parteien-Verteilung praktisch gleich. Die SP hat einen Sitz mehr als bei den letzten Wahlen, die CVP einen Sitz weniger. Damit sind SVP und CVP mit je neun Sitzen die stärksten Parteien.

Spannender Kampf in Rapperswil-Jona

Der Entscheid um das Stadtpräsidium von Rapperswil-Jona ist derweil vertagt worden. Im ersten Wahlgang erreichte keiner der vier Kandidaten das absolute Mehr. Der amtierende Stadtpräsident Erich Zoller (CVP) erhielt weniger Stimmen als Herausforderer Bruno Hug (parteilos).

Erich Zoller holte 2431 Stimmen. Damit liegt er deutlich hinter Bruno Hug: Der Verleger erhielt 3929 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 4487 Stimmen. Felix Hof (parteilos) erhielt 1819 Stimmen und Stefan Ritz (parteilos) 557 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 51,6 Prozent. Der zweite Wahlgang findet am 6. November statt.